Aktiendepot eröffnen: Anbieter im Vergleich
Ein Aktiendepot eröffnen Sie heute in wenigen Minuten online – kostenlos ist die Depotführung bei fast allen empfehlenswerten Anbietern. Die echten Unterschiede liegen woanders: bei den Ordergebühren (1 € beim Neobroker gegenüber 30 € und mehr bei der Filialbank), bei der Auswahl an Wertpapieren und Handelsplätzen, beim Umgang mit ausländischer Quellensteuer und beim Support.
Für kleine Käufe und den Einstieg empfehlen wir Trade Republic, für größere Orders und die langfristige Verwahrung eine Direktbank wie die ING. Wer französische Dividendenaktien wie LVMH oder Hermès hält, fährt mit der DKB oder comdirect steuerlich am einfachsten.
Was ist ein Aktiendepot und wie funktioniert es?
Ein Aktiendepot (englisch: brokerage account oder securities account) ist ein Konto für Wertpapiere. Während auf einem Girokonto Geld liegt, liegen im Depot Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen. Geführt wird das Depot von einer Bank oder einem Broker – im Fachjargon der Depotanbieter oder die Depotbank.
Wie funktioniert ein Aktiendepot in der Praxis? Zu jedem Depot gehört ein sogenanntes Verrechnungskonto. Sie überweisen Geld vom Girokonto auf dieses Verrechnungskonto, kaufen davon Wertpapiere, und beim Verkauf oder bei Dividendenzahlungen fließt das Geld wieder auf das Verrechnungskonto zurück. Von dort können Sie es jederzeit auf Ihr Girokonto überweisen.
Mit anderen Worten: Das Depot ist die „Schatzkiste“ für Ihre Wertpapiere, das Verrechnungskonto die Geldkasse daneben. Bei Direktbanken wie ING, comdirect oder DKB kann das vorhandene Girokonto als Verrechnungskonto dienen. Neobroker wie Trade Republic funktionieren dagegen bewusst als Aktiendepot ohne Girokonto – Sie erhalten lediglich ein Verrechnungskonto mit eigener IBAN.
Ein oder mehrere Depots?
Sie dürfen beliebig viele Depots bei verschiedenen Anbietern führen. Das ist sogar oft sinnvoll: etwa ein günstiger Neobroker für viele kleine Einzelkäufe und daneben eine Direktbank für größere Positionen oder für Aktien, bei denen die Quellensteuer-Abwicklung eine Rolle spielt (dazu weiter unten mehr). Auch ein gemeinsames Aktiendepot für Ehepaare (Gemeinschaftsdepot) bieten viele Vollbanken an – Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital dagegen bislang nicht.
Wie viele Aktien in ein Depot gehören, ist übrigens keine Frage des Anbieters: Technisch passen Tausende Positionen hinein. Für Privatanleger gelten 15 bis 30 Einzelwerte als vernünftige Größenordnung für eine ausreichende Streuung. Mehr dazu in unserem Beitrag über Einzelaktien als Geldanlage.
Aktiendepot eröffnen: So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Wie eröffnet man ein Aktiendepot? Der Ablauf ist bei allen Online-Anbietern ähnlich und dauert – inklusive Identitätsprüfung per Video oder Foto-Ident – oft nur 15 bis 30 Minuten. Bis das Depot vollständig freigeschaltet ist, vergehen je nach Anbieter wenige Stunden bis wenige Tage.
- Anbieter auswählen und online ein Wertpapierdepot beantragen. Sie benötigen einen gültigen Ausweis oder Aufenthaltstitel, Ihre Steuer-Identifikationsnummer und ein Girokonto als Referenzkonto.
- Identität bestätigen, meist per Video-Ident oder Foto-Ident am Smartphone. Bei Filialbanken wie Sparkasse oder Volksbank geht es alternativ klassisch am Schalter.
- Sie erhalten Zugangsdaten und eine eigene IBAN für das Verrechnungskonto. Diese IBAN finden Sie im Online-Zugang, etwa unter „Einzahlen“ oder „Überweisung“.
- Geld vom Girokonto auf das Verrechnungskonto überweisen. Die Gutschrift erfolgt in der Regel am selben oder nächsten Bankarbeitstag; Echtzeitüberweisungen unterstützen nicht alle Anbieter auf der Empfängerseite.
- Freistellungsauftrag einrichten (siehe Abschnitt Steuern), damit Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person steuerfrei bleiben.
- Wertpapier suchen – per Firmenname, WKN oder ISIN – und die gewünschte Stückzahl kaufen. Die Ausführung dauert bei liquiden Aktien nur Sekundenbruchteile, die Papiere liegen anschließend im Depot.
Eine Besonderheit zum Schluss: Die Aktie wird nicht auf Ihren Namen ins Aktienregister eingetragen (Ausnahme: Namensaktien). Der Broker verwahrt die Papiere in Sammelverwahrung und weiß natürlich, welche Stücke Ihnen gehören. Rechtlich sind die Wertpapiere Ihr Eigentum und nach dem Depotgesetz auch bei einer Pleite des Anbieters geschützt – mehr dazu im Abschnitt Sicherheit.
Was kostet ein Aktiendepot? Die vier Kostenarten
Ist ein Aktiendepot kostenlos? Die Depotführung selbst ja – bei Neobrokern und den meisten Direktbanken. Trotzdem ist kein Depot völlig gratis, denn Kosten entstehen an vier Stellen:
- Depotführungsgebühr: Bei Trade Republic, Scalable Capital (Basismodell), ING, DKB und finanzen.net Zero 0 €. Filialbanken wie Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank, Commerzbank oder Postbank verlangen dagegen häufig 20 bis 60 € pro Jahr, teils abhängig vom Depotwert. Die comdirect berechnet 1,95 € pro Monat, wenn das Depot länger inaktiv ist und kein Girokonto besteht.
- Ordergebühr: Fällt bei jedem Kauf und Verkauf an – von 0 bis 1 € beim Neobroker über rund 10 bis 70 € bei Direktbanken bis zu etwa 1 % des Ordervolumens bei Filialbanken. Das ist der größte und wichtigste Kostenunterschied.
- Börsenplatzentgelte: Je nach Handelsplatz (Xetra, Tradegate, gettex, LS Exchange, Regionalbörsen, Auslandsbörsen) kommen Entgelte von 0 bis mehreren Euro hinzu. Neobroker vermeiden diese, indem sie nur einen einzigen außerbörslichen Handelsplatz anbinden.
- Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Sie taucht auf keiner Abrechnung als Gebühr auf, kostet aber real Geld – gerade bei „0-Euro-Brokern“. Dem widmen wir den nächsten Abschnitt.
Beispielrechnung: Sie kaufen Aktien für 2.000 €. Beim Neobroker zahlen Sie 1 € Ordergebühr (0,05 %). Bei einer Direktbank mit „4,90 € + 0,25 %“ sind es 9,90 € (0,5 %). Bei einer Filialbank mit 1 % Provision und 25 € Mindestgebühr zahlen Sie 25 € – 1,25 % des Anlagebetrags sind schon beim Kauf weg, und beim Verkauf noch einmal. Die Ordergebühren wirken damit wie ein Renditeabschlag, der umso schwerer wiegt, je kleiner die Order ist.
Übrigens sind die Kosten eines privaten Aktiendepots steuerlich nicht absetzbar: Depot- und Ordergebühren gelten als mit dem Sparer-Pauschbetrag abgegolten. Nur die Anschaffungsnebenkosten (Ordergebühr beim Kauf) mindern später den steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn.
Der Spread: die Gebühr, die keine ist – richtig erklärt
Kaum ein Begriff wird in Depot-Ratgebern so schief erklärt wie der Spread. Er ist keine versteckte Aufschlagsgebühr, die der Broker nach dem Klick auf „Kaufen“ heimlich hinzurechnet. Der Spread ist die Geld-Brief-Spanne: der Abstand zwischen dem Kurs, zu dem Sie eine Aktie im Moment verkaufen könnten (Geldkurs, englisch „bid“), und dem Kurs, zu dem Sie sie kaufen können (Briefkurs, englisch „ask“). Der Briefkurs liegt immer etwas über dem Geldkurs.
Beispiel: Für eine Aktie werden 99,80 € Geldkurs und 100,20 € Briefkurs gestellt. Der Spread beträgt 0,40 € oder 0,4 %. Kaufen Sie und verkaufen Sie sofort wieder, verlieren Sie diese 0,40 € pro Aktie – zuzüglich Ordergebühren. Der oft angezeigte „Aktienkurs“ ist meist der zuletzt gehandelte Kurs oder der Mittelwert aus Geld- und Briefkurs. Deshalb wirkt der tatsächliche Kaufpreis im Ordervorschau-Fenster etwas höher als der eben noch angezeigte Kurs: Sie sehen nun den Briefkurs, nicht den Mittelkurs. Das ist kein Trick, aber es ist ein realer Kostenfaktor.
Wovon die Höhe des Spreads abhängt
- Liquidität des Wertpapiers: Bei viel gehandelten Aktien wie Siemens, Apple oder SAP liegt der Spread oft bei nur 0,02 bis 0,1 %. Bei Nebenwerten, exotischen Auslandsaktien oder wenig gehandelten Anleihen können es 1 % und mehr sein.
- Handelsplatz: Außerbörsliche Plätze wie gettex oder LS Exchange, über die Neobroker handeln, orientieren sich am Referenzmarkt Xetra. Während der Xetra-Handelszeit sind ihre Spreads vertraglich meist ähnlich eng wie dort. Ohne Referenzmarkt stellen die Market Maker vorsichtshalber breitere Spannen.
- Uhrzeit: Xetra handelt börsentäglich von 9:00 bis 17:30 Uhr, die US-Börsen von 15:30 bis 22:00 Uhr unserer Zeit. Für US-Aktien sind die Spreads daher zwischen 15:30 und 17:30 Uhr am engsten, wenn beide Märkte offen sind. Frühmorgens, abends und am Wochenende weiten sich die Spannen deutlich – der Handel ist dann zwar bequem möglich, aber teurer.
Praktische Konsequenz: Handeln Sie liquide Standardwerte möglichst während der Xetra-Kernzeit, US-Aktien idealerweise am Nachmittag zwischen 15:30 und 17:30 Uhr. Und misstrauen Sie „0-Euro-Gebühren“ nicht grundsätzlich, aber rechnen Sie den Spread gedanklich immer mit: Ein um 0,3 % breiterer Spread kostet bei einer 3.000-€-Order 9 € – mehr als so manche Ordergebühr. Mit einer Limit-Order statt einer Market-Order legen Sie zudem den maximalen Kaufkurs selbst fest und schützen sich vor Ausreißern bei illiquiden Papieren.
Neobroker oder Vollbank: Wo eröffnen Sie Ihr Depot am besten?
Als Neobroker werden junge, meist rein App-basierte Depotanbieter wie Trade Republic, Scalable Capital oder finanzen.net Zero bezeichnet. Sie punkten mit sehr niedrigen Gebühren und schneller Kontoeröffnung, beschränken sich dafür aber typischerweise auf einen einzigen Handelsplatz und ein schlankeres Produktangebot. Vollbanken und Direktbanken (ING, comdirect, Consorsbank, DKB, 1822direkt) bieten mehr Handelsplätze, mehr Wertpapierarten, Gemeinschaftsdepots und telefonischen Support – zu höheren Orderkosten.
| Kriterium | Neobroker | Direktbank / Vollbank | Filialbank |
|---|---|---|---|
| Ordergebühr | 0 – 1 € | ca. 4 – 70 € je nach Volumen | oft ca. 1 % des Volumens, Mindestgebühr |
| Depotführung | kostenlos | meist kostenlos | häufig 20 – 60 € pro Jahr |
| Handelsplätze | 1 außerbörslicher Platz | Xetra, Regionalbörsen, Direkthandel, teils Auslandsbörsen | wie Direktbank, teils eingeschränkt |
| Wertpapierauswahl | Aktien, ETFs, teils Anleihen/Krypto | zusätzlich aktive Fonds, Anleihen, Derivate | Fokus oft auf hauseigenen Fonds |
| Gemeinschafts-/Kinderdepot | teilweise (Kinderdepots seit 2025 verbreitet) | ja | ja |
| Support | überwiegend Chat/E-Mail | Telefon, teils bis 22 Uhr oder 24/7 | persönlich in der Filiale |
Unsere Einschätzung: Für Smartphone-affine Anleger, die viele kleine Orders planen, sind die etablierten Neobroker die erste Wahl – ein günstiges Aktiendepot für Anfänger und Einsteiger. Für sechsstellige Depots, größere Einzelorders oder wenn Ihnen zügiger telefonischer Support wichtig ist, spricht mehr für eine große Direktbank. Die Sorge, ein Neobroker könne pleitegehen, ist wegen der Trennung von Wertpapieren und Bankvermögen kein Sicherheitsproblem (siehe unten), wohl aber ein potenzielles Komfortproblem: Im Insolvenz- oder Übernahmefall kann der Zugriff auf das Depot vorübergehend stocken.
Aktiendepot-Vergleich: Anbieter, Kosten, Konditionen
Die folgenden Tabellen vergleichen die aus unserer Sicht relevantesten Anbieter. Wichtig zur Einordnung: In vielen Online-Vergleichen und bei jedem selbsternannten „Testsieger“ stehen ETF-Sparplan-Konditionen im Vordergrund. Uns geht es hier um den direkten Kauf von Einzelaktien – Sparpläne sind inzwischen fast überall kostenlos oder sehr günstig und taugen kaum noch zur Unterscheidung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Juli 2026; maßgeblich sind die Preisverzeichnisse der Anbieter.
Neobroker im Vergleich
| Trade Republic | Scalable Capital (Free) | finanzen.net Zero | |
|---|---|---|---|
| Handelsplatz | LS Exchange (Lang & Schwarz) | gettex; Xetra gegen Aufpreis | gettex |
| Depotführende Stelle | Trade Republic Bank (eigene Vollbanklizenz seit Ende 2023) | Scalable bzw. Baader Bank | Baader Bank |
| Ordergebühr | 1,00 € | 0,99 € | 0 € ab 500 € Ordervolumen, darunter 1 € |
| Handelszeiten | werktags ca. 7:30 – 23:00 Uhr | werktags 8:00 – 22:00 Uhr | werktags 8:00 – 22:00 Uhr |
| Besonderheiten | Guthabenverzinsung zum EZB-Einlagensatz, Karte, Kinderdepot | Abo-Modelle (Prime+) mit Flatrate-Handel, Kinderdepot | Anbindung an das finanzen.net-Portal |
Trade Republic verzinst Guthaben auf dem Verrechnungskonto variabel in Höhe des EZB-Einlagenzinssatzes. Das ist nett, wenn Geld kurz herumliegt, sollte aber nicht das Entscheidungskriterium sein. Beachten Sie außerdem: Je nachdem, bei welcher Partnerbank Ihr Verrechnungskonto geführt wird, greift die deutsche, irische oder französische Einlagensicherung. Die BIC im Profil der App verrät das jeweilige Institut. Bei Depots mit Baader-Bank-Verrechnungskonto (Scalable, Zero) berichten Nutzer gelegentlich von mehrtägigen Ein- und Auszahlungswegen.
Direktbanken und Vollbanken im Vergleich
| ING | Consorsbank | comdirect | DKB | 1822direkt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Konzern | ING Groep | BNP Paribas | Commerzbank | Bayerische Landesbank | Frankfurter Sparkasse |
| Handelsplätze | Xetra, Regionalbörsen, Direkthandel (u. a. Tradegate) | Xetra, Regionalbörsen, Direkthandel, Auslandsbörsen | Xetra, Regionalbörsen, Direkthandel, Auslandsbörsen | Xetra, Regionalbörsen, Direkthandel | Xetra, Regionalbörsen, Direkthandel |
| Ordergebühr | 4,90 € + 0,25 %, max. 69,90 € | 4,95 € + 0,25 %, min. 9,95 €, max. 69,00 € | 4,90 € + 0,25 %, min. 9,90 €, max. 59,90 €, zzgl. börsenplatzabhängiger Entgelte; App-Depot „Pure“: 1 € pro Order | Festpreise: 10 € bis 5.000 €, 20 € bis 20.000 €, 30 € darüber | 4,90 € + 0,25 %, min. 9,90 €, max. 54,90 € |
| Kosten einer 3.000-€-Order | 12,40 € | 12,45 € | ca. 12,40 – 15 € (Pure: 1 €) | 10,00 € | 12,40 € |
| Kosten einer 30.000-€-Order | 69,90 € | 69,00 € | ca. 60 – 65 € (Pure: 1 €) | 30,00 € | 54,90 € |
| Telefonsupport | werktags und samstags | täglich bis in den Abend | rund um die Uhr | täglich | werktags und samstags |
Bemerkenswert ist die Reaktion der Etablierten auf die Neobroker: Die comdirect bietet seit Herbst 2025 mit dem „Pure“-Depot ein rein App-basiertes Zweitmodell für 1 € pro Order an. Die Grenzen zwischen den Kategorien verschwimmen also zunehmend – zum Vorteil der Anleger.
Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank & Co.: das Filialbank-Depot
Viele Anleger fragen zuerst bei ihrer Hausbank nach einem Depot – Suchanfragen wie „Sparkasse Aktiendepot Kosten“ oder „Deutsche Bank Aktiendepot“ gehören zu den häufigsten rund ums Thema. Ein Aktiendepot direkt bei der Stadtsparkasse, Kreissparkasse, Volksbank, Deutschen Bank, Commerzbank, Postbank oder Targobank ist fast immer die teuerste Option. Typisch sind Orderprovisionen um 1 % des Kurswerts mit Mindestgebühren von 20 bis 60 € plus jährlicher Depotführungsgebühr – die genauen Konditionen unterscheiden sich von Institut zu Institut erheblich.
Beispielrechnung: Eine 3.000-€-Order kostet bei 1 % Provision 30 €, dazu vielleicht 30 € Depotgebühr im Jahr. Beim Neobroker kostet dieselbe Order 1 € bei 0 € Depotgebühr. Wer als zufriedener Sparkassenkunde trotzdem im Sparkassen-Kosmos bleiben will, sollte das Aktiendepot besser beim zentralen Online-Broker der Sparkassen, dem S Broker, eröffnen – dessen Konditionen (ca. 4,99 € + 0,25 %) entsprechen etwa dem Niveau der Direktbanken, und die Auswahl an Aktien und Handelsplätzen ist groß. Analog gilt für Genossenschaftsbanken: eher die zentralen Online-Angebote als das klassische Volksbank-Depot der Filiale.
Was Gebührenunterschiede langfristig ausmachen
Wie stark sich die Kostenunterschiede summieren, zeigt eine einfache Rechnung: Sie kaufen zehn Jahre lang jeden Monat für 500 € Einzelaktien, also 120 Orders. Beim Neobroker (1 € pro Order) zahlen Sie insgesamt 120 €. Bei der Direktbank (mindestens 9,90 € pro Order) rund 1.188 €. Bei der Filialbank (25 € Mindestprovision plus 30 € Depotgebühr jährlich) rund 3.300 € – Geld, das nicht investiert ist und keine Rendite erwirtschaftet.
Umgekehrt gilt: Bei wenigen großen Orders schrumpft der Vorteil. Wer zweimal im Jahr für je 20.000 € kauft, zahlt bei der DKB 60 € jährlich, beim Neobroker 2 € – auf das Ordervolumen von 40.000 € gerechnet ein Unterschied von gerade einmal 0,15 %. Hier dürfen dann Auswahl, Service und Steuerkomfort den Ausschlag geben.
Auswahl an Wertpapieren und Handelsplätzen
Der zweite große Unterschied zwischen den Depotanbietern ist die Auswahl. Grob gilt: Je klassischer der Anbieter, desto größer das Universum.
- Aktienuniversum: Anbieter mit vielen Handelsplätzen wie Smartbroker+, S Broker, Flatex oder comdirect bieten Zugriff auf 14.000 bis über 40.000 Aktien. Neobroker liegen mit rund 8.000 bis 10.000 handelbaren Aktien darunter. Für die großen Standardwerte aus USA und Europa spielt das keine Rolle – wer aber japanische Nebenwerte, kleine kanadische Rohstofftitel oder bestimmte Auslands-Listings sucht, wird beim Neobroker teils nicht fündig. Prüfen Sie vor der Depoteröffnung per Suchfunktion oder Anbieter-Anfrage, ob Ihre Wunschtitel handelbar sind.
- Wertpapierarten: Aktive Aktienfonds gibt es bei Trade Republic nicht, Anleihen fehlen bei manchen Neobrokern oder sind nur eingeschränkt handelbar. Vollbanken bieten das komplette Spektrum inklusive Fonds mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Anleihen und Optionsscheinen.
- Börsenplätze im Ausland: Direkt an der NYSE, in London oder Paris handeln können Sie bei comdirect, Consorsbank oder S Broker – gegen deutlich höhere Gebühren. Neobroker handeln US-Aktien stattdessen als Euro-Notierung am deutschen Handelsplatz, was für Privatanleger meist ausreicht und Währungsumtauschgebühren erspart.
Welche Aktien überhaupt ins Depot gehören, ist die eigentlich wichtigere Frage als der Anbieter. Anregungen liefern unsere Beiträge 40+ renditestarke Aktien mit Renditedreieck und Stock Picking: Wie wir attraktive Aktien auswählen.
Steuern: Wie viel Arbeit macht welches Depot?
Beim Thema Steuern unterscheiden sich Depotanbieter stärker, als viele Vergleiche zeigen – und zwar weniger bei der Steuerhöhe als beim Aufwand, der bei Ihnen hängen bleibt.
Deutsche Anbieter: Abgeltungsteuer läuft automatisch
Alle deutschen Depotanbieter – vom Neobroker bis zur Sparkasse – führen die Abgeltungsteuer auf Kursgewinne und Dividenden (25 % plus Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer) automatisch ans Finanzamt ab. Rechtsgrundlage ist § 20 EStG. Sie müssen Kapitalerträge dann in der Steuererklärung grundsätzlich nicht mehr angeben; die Anlage KAP lohnt nur in Sonderfällen, etwa wenn Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt oder Verluste über mehrere Depots hinweg verrechnet werden sollen.
Wichtig ist der Freistellungsauftrag: Damit bleiben Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung) steuerfrei. Sie können den Betrag frei auf mehrere Depots verteilen – insgesamt darf die Summe aller Freistellungsaufträge den Pauschbetrag aber nicht überschreiten. Richten Sie ihn direkt bei der Depoteröffnung ein; nachträglich zu viel gezahlte Steuer holen Sie sich sonst erst über die Steuererklärung zurück. Deutsche Anbieter führen außerdem automatisch Verlustverrechnungstöpfe und stellen jährlich eine Steuerbescheinigung aus.
Ausländische Broker: günstig, aber Steuererklärung in Eigenregie
Internationale Broker wie Interactive Brokers sind bei den Handelsgebühren teils noch günstiger und bieten ein riesiges Anlageuniversum. Der Haken: Sie führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Sie müssen sämtliche Gewinne, Verluste und Dividenden selbst in der Anlage KAP der Steuererklärung angeben – bei vielen Trades und Währungsumrechnungen eine erhebliche Fleißarbeit. Für Einsteiger und mittlere Vermögen überwiegt der Komfort deutscher Anbieter; ausländische Broker lohnen sich eher für große, aktiv gemanagte Depots. Dasselbe gilt, wenn Sie ein Aktiendepot im Ausland eröffnen, etwa in der Schweiz oder in Liechtenstein: legal ist das problemlos, steuerlich aber Ihre Bringschuld, und die Depotgebühren Schweizer Banken sind für Deutsche meist unattraktiv hoch.
Ausländische Quellensteuer: hier trennt sich die Spreu vom Weizen
Bei Dividenden ausländischer Aktien behält der Quellenstaat eine eigene Steuer ein, bevor das Geld bei Ihnen ankommt. Nach den Doppelbesteuerungsabkommen sind davon in der Regel bis zu 15 % auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar – was darüber hinaus einbehalten wird, müssen Sie sich vom ausländischen Fiskus zurückholen. Und genau dabei unterscheiden sich die Depotanbieter erheblich. Eine Übersicht der Abkommen und Erstattungsformulare bietet das Bundeszentralamt für Steuern.
| Land | Quellensteuer (Einbehalt) | davon anrechenbar | Aufwand für deutsche Anleger |
|---|---|---|---|
| USA | 15 % (statt 30 %) bei hinterlegtem W-8BEN-Status | 15 % | keiner – deutsche Broker wickeln das automatisch ab |
| Großbritannien | 0 % | – | keiner |
| Niederlande | 15 % | 15 % | keiner |
| Frankreich | je nach Lagerstelle 12,8 % oder 25–30 % | 12,8 % | ohne Vorabbefreiung hoch (Erstattungsantrag in Frankreich) |
| Schweiz | 35 % | 15 % | 20 % per Formular rückforderbar, alle 3 Jahre möglich |
| Kanada | 25 % | 15 % | Reduzierung per Formular, je nach Broker unterstützt |
Beispiel Frankreich: Vorabbefreiung spart bares Geld
Frankreich ist der wichtigste Problemfall, denn dort notieren attraktive Titel wie LVMH, Hermès, L’Oréal oder Schneider Electric. Eigentlich steht deutschen Privatanlegern seit 2018 ein reduzierter Quellensteuersatz von nur 12,8 % zu. Viele Depotbanken können den französischen Zahlstellen aber nicht nachweisen, dass hinter dem Depot ein deutscher Privatanleger steht – dann behält Frankreich 25 bis 30 % ein, von denen nur 12,8 Prozentpunkte auf Ihre deutsche Steuer angerechnet werden. Die Differenz müssten Sie per französischsprachigem Erstattungsantrag zurückfordern; das gilt als so mühsam, dass es viele Anleger schlicht lassen und die Rendite abschreiben.
Beispielrechnung mit 1.000 € Bruttodividende von LVMH: Ohne Maßnahmen behält Frankreich z. B. 280 € ein. In Deutschland werden 12,8 % (128 €) angerechnet, Sie zahlen zusätzlich rund 122 € Abgeltungsteuer plus Soli – und 152 € liegen in Frankreich fest, bis Sie sie zurückfordern. Mit sogenannter Vorabbefreiung (Wohnsitzbescheinigung, Formular 5000-DE, vom Finanzamt bestätigt, drei Jahre gültig) behält Frankreich von vornherein nur 12,8 % ein, und die Besteuerung läuft insgesamt wie bei einer deutschen Aktie. Bei 1.000 € Dividende jährlich sind das rund 150 € Unterschied – pro Jahr.
Faustregel: Wer dauerhaft französische oder kanadische Dividendenaktien halten will, sollte den Depotanbieter auch danach auswählen, ob er die Vorabbefreiung bzw. Quellensteuer-Reduzierung aktiv unterstützt.
Genau hier punkten einige Anbieter: Die DKB und die comdirect unterstützen das Vorabbefreiungsverfahren für Frankreich gegen eine niedrige zweistellige Gebühr, ebenso der S Broker; die DKB hilft auch bei kanadischen Titeln. Bei Trade Republic wurde die französische Quellensteuer zwischenzeitlich über eine französische Lagerstelle teils direkt mit 12,8 % abgerechnet – ein klassisches Vorabbefreiungsverfahren bietet der Anbieter aber nicht, und Sie sollten die Dividendenabrechnungen im Einzelfall prüfen. Für ein Depot, das gezielt französische Luxus- und Dividendentitel enthält, ist die DKB daher eine bewährte Wahl, gern auch als Zweitdepot. Kleiner Zusatzposten bei Frankreich: Beim Kauf großer französischer Aktien fällt zudem die französische Finanztransaktionssteuer von derzeit 0,4 % des Kaufwerts an – unabhängig vom Broker.
Aktiendepot für Kinder eröffnen
Kann ich für mein Kind ein Aktiendepot eröffnen? Ja – ein sogenanntes Junior- oder Kinderdepot läuft auf den Namen des minderjährigen Kindes, wird aber von den gesetzlichen Vertretern (in der Regel beiden Elternteilen gemeinsam) eröffnet und verwaltet. Angeboten wird es von den meisten Direktbanken (ING, comdirect, Consorsbank, DKB), von Sparkassen und Volksbanken sowie inzwischen auch von Neobrokern: Ein Aktiendepot für Kinder bei Trade Republic oder Scalable Capital ist seit 2025 möglich.
Drei Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie ein Aktiendepot für Kinder anlegen:
- Das Geld gehört dem Kind. Einzahlungen sind Schenkungen; mit 18 erhält das Kind die volle Verfügungsgewalt. Eltern dürfen das Depot nur im Interesse des Kindes verwalten und nicht für eigene Zwecke plündern. Wer die Kontrolle behalten will, spart stattdessen im eigenen Depot und überträgt später – verschenkt also das Aktiendepot ganz oder in Teilen zu einem selbstgewählten Zeitpunkt.
- Steuerlich attraktiv: Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € und einen eigenen Grundfreibetrag. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt bleiben so mehrere tausend Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei. Achten Sie aber auf die Einkommensgrenzen der beitragsfreien Familienversicherung und – bei späteren Ausbildungsjahren – auf BAföG-Vermögensgrenzen.
- Schenkungsteuer: Pro Elternteil sind alle zehn Jahre 400.000 € steuerfrei übertragbar, von Großeltern an Enkel 200.000 € – für ein Depot für Enkel oder Patenkinder relevant. Die Freibeträge regelt § 16 ErbStG.
Warum sich früh anfangen lohnt, zeigt der Zinseszinseffekt: 100 € monatlich ab Geburt ergeben bei 7 % jährlicher Rendite bis zum 18. Geburtstag rund 43.000 € – bei nur 21.600 € Einzahlungen. Mehr zu langfristigen Renditen im Vergleich verschiedener Anlageklassen lesen Sie in Aktien oder Immobilien: Am besten beides.
Aktiendepot übertragen, wechseln oder auflösen
Depotübertrag und Depotwechsel
Ein Aktiendepot zu übertragen ist grundsätzlich einfach: Beim neuen Anbieter den Depotwechsel-Service ausfüllen, der Rest läuft zwischen den Banken. Innerhalb Deutschlands ist der Übertrag für Privatkunden kostenlos – das hat der Bundesgerichtshof bereits 2004 entschieden – und die steuerlichen Anschaffungsdaten (Ihre Einstandskurse) wandern automatisch mit. Rechnen Sie dennoch mit zwei bis sechs Wochen Dauer, in Einzelfällen länger; während des Übertrags können Sie die betroffenen Positionen nicht handeln. Manche Broker zahlen für den Wechsel sogar Prämien.
Aufwendiger wird es, wenn Sie ein Aktiendepot ins Ausland übertragen oder von einem internationalen Broker nach Deutschland umziehen: Anschaffungsdaten werden dann oft nicht maschinell übermittelt, sodass die neue Bank ersatzweise pauschale Werte ansetzt oder Sie Nachweise beibringen müssen – Mehrarbeit für die Steuererklärung. Manche Anleger verkaufen deshalb vor einem solchen Wechsel alles und kaufen im neuen Depot neu ein; das löst allerdings ein Steuerereignis auf die aufgelaufenen Gewinne aus.
Ein Übertrag auf eine andere Person – etwa wenn Sie das Aktiendepot an Kinder übertragen – gilt steuerlich als Schenkung; die Bank meldet den Vorgang dem Finanzamt. Innerhalb der oben genannten Freibeträge bleibt das steuerfrei, die Anschaffungsdaten gehen auf den Beschenkten über („Fußstapfentheorie“).
Depot auflösen
Ein Aktiendepot aufzulösen ist unspektakulär: alle Positionen verkaufen (Gewinne werden dabei versteuert), Restguthaben aufs Girokonto überweisen, Depot kündigen – bei den meisten Anbietern formlos online möglich und kostenlos. Alternativ übertragen Sie die Bestände unversteuert auf ein anderes eigenes Depot und schließen erst dann.
Vererben und Nießbrauch
Im Todesfall geht das Depot auf die Erben über; die Bank verlangt einen Erbschein oder ein eröffnetes Testament. Für die Erbschaftssteuer auf ein Aktiendepot gelten dieselben Freibeträge wie bei Schenkungen (Ehegatten 500.000 €, Kinder 400.000 €, Enkel 200.000 €); bewertet wird zum Kurswert am Todestag. Wer größere Depots zu Lebzeiten übertragen, aber die Erträge behalten will, kann einen Nießbrauch am Aktiendepot vereinbaren: Die Substanz gehört dann bereits den Kindern, die Dividenden fließen weiter an die Schenker – der Kapitalwert des Nießbrauchs mindert zudem den schenkungsteuerlichen Wert. So etwas gehört in die Hände eines Steuerberaters.
Wie sicher ist ein Aktiendepot?
Was passiert mit dem Aktiendepot, wenn die Bank pleitegeht? Hier hilft die Unterscheidung zwischen den beiden Konten:
- Wertpapiere im Depot: Aktien und ETFs sind Ihr Eigentum, nicht Vermögen der Bank. Sie werden getrennt verwahrt, und Sie haben nach dem Depotgesetz einen Herausgabeanspruch – Insolvenzverwalter und Gläubiger der Bank können nicht darauf zugreifen. Eine Einlagensicherung ist dafür gar nicht nötig. Realistisches Restrisiko einer Broker-Pleite ist nicht der Verlust der Aktien, sondern dass der Zugriff für Wochen oder Monate blockiert sein kann, bis alles abgewickelt ist.
- Guthaben auf dem Verrechnungskonto: Das ist eine normale Bankeinlage und über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Details erklärt die BaFin; Rechtsgrundlage ist das Einlagensicherungsgesetz. Bei Neobrokern lohnt der Blick, in welchem Land die kontoführende Partnerbank sitzt und welches Sicherungssystem damit greift.
Sonderfälle: GmbH, Beleihung, Auswandern, Bürgergeld
Aktiendepot für GmbH und Firmen
Auch Unternehmen können Wertpapierdepots führen – ein Aktiendepot für die GmbH eröffnen Sie als Firmendepot bei Direktbanken, Vollbanken oder spezialisierten Brokern; die schlanken Neobroker bieten Firmendepots meist nicht oder nur eingeschränkt an. Steuerlich sind Dividenden und Veräußerungsgewinne auf Ebene einer Kapitalgesellschaft teils begünstigt, die Details sind aber komplex und ein Fall für den Steuerberater. Berührungspunkte zum Thema vermögensverwaltende Gesellschaften finden Sie in unserem Kapitalanlage-Blog.
Aktiendepot beleihen – auch als Baustein der Immobilienfinanzierung
Viele Anbieter gewähren einen Wertpapierkredit: Sie beleihen Ihr Aktiendepot und erhalten eine Kreditlinie, typischerweise 30 bis 70 % des Depotwerts (Beleihungswert), abhängig von der Schwankungsanfälligkeit der Papiere. Fällt der Depotwert stark, drohen Nachschussforderungen – ein Kredit auf das Aktiendepot ist daher nichts für konservative Naturen. Interessanter ist das Depot als Vermögensnachweis: Als Eigenkapital-Ersatz oder zusätzliche Sicherheit für einen Immobilienkredit akzeptieren Banken ein Wertpapierdepot durchaus, meist mit deutlichem Abschlag auf den Kurswert. So lässt sich eine Immobilie finanzieren, ohne das Depot verkaufen und Gewinne versteuern zu müssen. Wie eine solche Finanzierung strukturiert wird, zeigen wir auf unserer Seite zur Immobilienfinanzierung.
Auswandern und Wegzugsbesteuerung
Wer mit Depot auswandert, kann es grundsätzlich behalten; manche Broker kündigen allerdings Kunden mit Wohnsitz außerhalb der EU. Steuerlich relevant ist die Wegzugsbesteuerung: Sie betrifft klassisch Beteiligungen ab 1 % an Kapitalgesellschaften, seit 2025 unter bestimmten Voraussetzungen aber auch größere Investmentfonds- und ETF-Bestände (ab 500.000 € Anschaffungskosten je Fonds). Normale, breit gestreute Aktiendepots von Privatanlegern sind davon in aller Regel nicht betroffen – vor einem Wegzug ins Ausland gehört das Thema trotzdem auf die Checkliste fürs Beratungsgespräch.
Bürgergeld und Aktiendepot
Ein Aktiendepot zählt beim Bürgergeld zum verwertbaren Vermögen. Im ersten Bezugsjahr (Karenzzeit) bleibt Vermögen bis 40.000 € für die erste Person des Haushalts unangetastet, danach gelten 15.000 € pro Person. Darüber hinausgehende Depotwerte müssen grundsätzlich verwertet werden, bevor Leistungen fließen.
Erst üben: Musterdepot, virtuelles Depot und Tools
Wer noch unsicher ist, muss nicht sofort echtes Geld einsetzen. Ein Musterdepot oder Demo-Aktiendepot – etwa bei Finanzportalen oder als virtuelles Depot in den Broker-Apps – bildet Käufe und Verkäufe mit fiktivem Geld ab. Das ist nützlich, um die Ordermaske, Limits und die eigene Nervenstärke kennenzulernen. Zwei Einschränkungen: Spreads und Ausführungsrealität werden nur angenähert, und mit Spielgeld fehlt der psychologische Ernstfall.
Für die Verwaltung echter Depots genügt Einsteigern die Broker-App selbst; wer die Performance über mehrere Depots hinweg verfolgen will, nutzt Portfolio-Software oder schlicht eine Excel-Vorlage fürs Aktiendepot mit Kaufkursen, Stückzahlen und Dividenden. Ein einfacher Renditerechner (Zinseszinsformel) reicht, um Sparziele zu überschlagen. Und wer Inspiration sucht: Die veröffentlichten Beteiligungen berühmter Investoren – etwa das über Pflichtmitteilungen einsehbare Aktienportfolio von Warren Buffetts Berkshire Hathaway – taugen als Anregung, aber nicht als Kaufliste; unsere eigene Herangehensweise an die Aktienauswahl beschreiben wir im Beitrag Einzelaktien auswählen via Renditedreieck.
Noch ein Wort zu Vergleichsportalen wie Check24: Sie liefern einen schnellen Überblick über Konditionen, listen aber vorrangig Anbieter mit Provisionsvereinbarung. Werfen Sie zusätzlich einen Blick in die Preisverzeichnisse der Anbieter selbst – und in die Kriterien, die in diesem Artikel über die reine Ordergebühr hinausgehen: Spread und Handelsplatz, Wertpapierauswahl, Quellensteuer-Service und Steuerkomfort. Weitere Grundlagen- und Strategieartikel rund um Aktien finden Sie laufend in unserem Aktien-Blog.