Geld anlegen für Kinder

Viele Eltern oder Großeltern möchten finanziell für ihre Kinder bzw. Enkel vorsorgen. Doch welche Anlageformen gibt es und welche ist die richtige? Bei der Geldanlage für Kinder gibt es zunächst viele offene Fragen, die geklärt werden müssen. In diesem Artikel möchten wir auf diese Fragen eingehen und Ihnen die dazu passenden Möglichkeiten aufzeigen, denn: Geld anlegen für Kinder ist eine wichtige Entscheidung, die frühzeitig getroffen werden sollte.

Erste Fragen
Bevor Sie sich für eine bestimmte Anlageform oder vielleicht auch für eine Kombination aus zwei oder drei Anlageformen entscheiden, sollten Sie sich darüber klar sein, welches Ziel Sie damit verfolgen möchten.

  • Worauf soll gespart werden? In welcher Größenordnung bewegt sich das Sparziel?
  • Soll das Geld zu einem festen Termin gespart werden oder soll es jederzeit verfügbar sein?
  • Möchten Sie einmalig eine größere Summe anlegen oder monatlich kleinere Beträge sparen bzw. anlegen?
  • Wer soll sparen? Sie allein oder gemeinsam mit Familienmitgliedern, Paten, etc.? Soll das Kind später selbst mitsparen können?

Über diese Punkte sollten Sie sich zunächst einen groben Überblick verschaffen, damit Sie die passende Geldanlage für Ihr Kind, Ihren Enkel oder Ihr Patenkind auswählen können.

Geldanlagen für Kinder

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt, Geld für Kinder anzulegen. Wir erläutern für jede Anlageart drei Kriterien:

  • Die Rendite, die man bei der Geldanlage für Kinder erwarten kann
  • Der Sicherheit 
  • Dem Zeithorizont, den man einplanen sollte

Kindersparbuch

Das Kindersparbuch ist wohl der Klassiker unter den Anlageformen. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus eignet es sich allerdings nicht für größere Geldsummen. Für das Einzahlen von Taschengeld oder kleineren Geldgeschenken ist es aber perfekt und tatsächlich sollte jedes Kind über ein eigenes Sparbuch verfügen. So kann es frühzeitig den Umgang mit Geld lernen. Viele Ratgeber empfehlen, das Sparbuch direkt auf den Namen des Kindes zu eröffnen. Dies hat vor allem den Vorteil, dass das Geld auch wirklich dem Kind gehört.
Bis das Kind 18 Jahre alt ist, erhalten Sie eine Vollmacht für das Kindersparbuch und können nur über das Geld verfügen, wenn Sie belegen können, dass die Ausgabe für das Kind genutzt wird.
Steuerlich hat dieses Szenario ebenfalls einen Vorteil, da sich das gesparte Kapital nicht auf Ihren Steuerfreibetrag auswirkt.
Auf der anderen Seite könnte sich ein bestehendes Guthaben später einmal negativ auswirken, wenn das Kind in der Zukunft BAföG beantragen möchte. Wenn Sie das Sparbuch allerdings auf Ihren Namen eröffnen, besteht die Gefahr, dass Sie das Geld bei einem finanziellen Engpass für sich selbst verwenden könnten. Das müssten Sie für sich also abwägen.

Was die Rendite betrifft, kann das Kindersparbuch kaum Pluspunkte erreichen. Langfristig wird das Geld auf dem Kindersparbuch weniger wert sein, da die Inflation über dem Zinsniveau liegt. Es eignet sich aber für kurzfristige Sparziele wie beispielsweise ein neues Fahrrad oder eine Spielkonsole.
Wenn das gesamte Sparguthaben benötigt wird, muss das Sparbuch bei den meisten Banken gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel 30 Tage.

KriteriumBewertung
ZinsertragKindersparbuch Bewertung(0/5)
SicherheitKindersparbuch Bewertung (4/5)
ZeithorizontKurzfristig 

Tagesgeld für Kinder

Das Tagesgeld wird in der Regel besser verzinst als das Kindersparbuch, allerdings lässt sich auch damit aktuell keine hohe Rendite erzielen. Es handelt sich hier ebenfalls um eine kurzfristige Anlageform und ist höchstens für kleinere Beträge oder Geldgeschenke geeignet. Tagesgeld eignet sich nicht nur für Eltern oder Großeltern.
Tagesgeld kann auch geeignet sein, wenn das Kind selbst Geld sparen möchte.

Ein Tagesgeldkonto bietet eine große Flexibilität, da es keinen Mindestsparbetrag oder keinen festen Sparplan gibt. Außerdem ist das Geld täglich verfügbar.
Durch die Einlagensicherung ist das Tagesgeldkonto für Kinder vor Verlusten geschützt und ist daher eine sehr sichere Anlageform.
Die Zinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank, durchschnittlich können Sie aber aktuell (Stand 2020) von einem Zinssatz in Höhe von 0,3 bis 1 % ausgehen. Sie sollten die Anbieter vor der Eröffnung eines Tagesgeldkontos für Ihr Kind gründlich vergleichen, um die besten Konditionen zu erhalten.

Zinsertrag:  Tagesgeld Bewertung(1/5)
Sicherheit: Tagesgeld Bewertung(4/5)
Zeithorizont: Kurzfristig

Festgeld für Kinder

Festgeld sollte in Betracht gezogen werden, wenn es ein größeres Sparziel gibt und der Sparbetrag zu einem festen Zeitpunkt zur Verfügung stehen soll. Klassische Beispiele hierfür sind der Führerschein zum 18. Geburtstag oder ein Auto.
Festgeld bringt deutlich mehr Zinsen ein als das Kindersparbuch oder ein Tagesgeldkonto, dafür ist es für einen festgelegten Zeitraum gebunden und damit nicht verfügbar. Die Zinsen steigen mit der Laufzeit, das heißt: Je länger die Laufzeit, desto höher die Zinsen.
Der Zinssatz liegt im Schnitt bei mindestens 1,5 % und damit unterhalb der aktuellen Inflationsrate.
Beim Festgeld legen Sie üblicherweise einen einmaligen Betrag an, der über die Jahre für Sie bzw. Ihr Kind arbeitet. Es ist also nicht geeignet, um regelmäßige kleinere Beträge zu sparen.

Zinsertrag: Festgeld Bewertung(1/5)
Sicherheit: Festgeld Bewertung(4/5)
Zeithorizont: Mittelfristig

ETF Sparplan Kind

Eine sinnvolle und langfristige Geldanlage für Kinder könnte in Fonds- oder ETF Sparplänen liegen.
Die Verzinsung ist deutlich höher als bei den oben genannten Anlageformen.

Allerdings ist auch das Risiko höher, einen Verlust zu erleiden. Sowohl bei Fonds als auch bei ETFs handelt es sich um Sparpläne, die mit einer monatlichen Zahlung von 25 bis 50 Euro eingerichtet werden können. Es muss Ihnen jedoch immer klar sein, dass die Entwicklung dieser Sparpläne vom Aktienmarkt abhängig ist.
Das muss nicht immer schlecht sein. Wenn Sie zum Beispiel eine monatliche Sparrate in Höhe von 30 Euro eingerichtet haben, dann erwerben Sie zu diesem Preis Aktienanteile. Befindet sich der Markt in einem Tief, erwerben Sie mehr Anteile, da die Preise niedriger sind. Und umgekehrt. Auf lange Sicht gleicht sich das Verhältnis meist aus, aber eben nicht immer.

Bei vielen Sparplänen ist es außerdem möglich, Sondereinzahlungen zu leisten. Dies bietet sich beispielsweise bei größeren Geldgeschenken an, wie u. a. zur Kommunion.
Grundsätzlich gilt, dass ETF Sparpläne günstiger sind als Fonds, da keine Verwaltungsgebühren anfallen. Einen ETF Sparplan für Kinder einzurichten stellt eine attraktive Alternative zum Kindersparbuch dar.
Das erforderliche Depot kann auch wieder direkt im Namen des Kindes eröffnet werden. Auch Großeltern oder Paten können für den Sprössling einen Sparplan einrichten.

Am Aktienmarkt lässt sich im Schnitt eine Eigenkapitalrendite von 6 bis 8 % erzielen. Hierfür brauchen Sie allerdings einen langen Atem und dürfen sich von kurzzeitigen Kursschwankungen nicht aus der Fassung bringen lassen. Da Fondssparen oder ein ETF Sparplan für Kinder aber grundsätzlich eine langfristige Angelegenheit ist, dürften Sie sich auf eine attraktive Rendite für Ihren Nachwuchs freuen können.

Zinsertrag: Fonds für Kinder Bewertung(3,5/5)
Sicherheit:  Fonds für Kinder Bewertung(2/5)
Zeithorizont: Langfristig

Info

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Bei der Geldanlage in eine Immobilie handelt es sich ebenfalls um eine mittel- bis langfristige Investition, die mit einer geringen monatlichen Belastung funktioniert.
Wenn Sie die erworbene Immobilie vermieten, bewegt sich Ihr finanzieller Aufwand zwischen ca. -50 und + 50 Euro. Diese Anlageform ist perfekt, um Ihrem Nachwuchs ein dauerhaftes und vor allem attraktives Einkommen zu ermöglichen, ohne das Thema Sicherheit außer Acht zu lassen.Sparplan für Kinder

Stellen Sie sich vor: Ihr Kind wird 18 und startet ins eigene Leben mit einer abbezahlten oder fast abbezahlten Immobilie. Diesen Vorteile bietet natürlich keine andere Geldanlage.

Das bedeutet, dass Ihr Kind eine regelmäßige Mietrendite erzielen wird und damit unter ganz anderen Voraussetzungen startet als andere. Die meisten Geldanlagen für Kinder sind darauf ausgerichtet, dass der Nachwuchs zu einer bestimmten Zeit einen angesparten Betrag erhält. Das Kind selbst lernt auf diese Weise allerdings kaum etwas über den Umgang mit Geld.

Am Beispiel einer Immobilie können Sie Ihrem Nachwuchs etwas über Geld beibringen. Ihr Sohn oder Ihre Tochter wird lernen, was es bedeutet, passives Einkommen zu generieren und sich finanziell unabhängig von der eigenen Arbeitskraft zu machen (Stichwort: Hamsterrad).

Entweder wird Ihr Kind sich dafür entscheiden, weiterhin von den monatlichen Mieteinnahmen zu profitieren oder es verkauft die Immobilie gewinnbringend – und zu diesem Zeitpunkt (Zehn-Jahresfrist) sicher auch steuerfrei. Schließlich lässt sich über die Jahre eine immense Wertsteigerung der Immobilie erreichen, was einen sehr attraktiven Verkaufspreis ermöglicht.

Wenn Sie Ihrem Kind frühzeitig etwas über Geldanlagen lehren, könnte es nach dem Verkauf der Immobilie eine größere Immobilie erwerben und diese vermieten. Nach weiteren zehn Jahren könnte diese Vorgehensweise wiederholt werden.
Ihr Nachwuchs kann sich zu einem großen Immobilieninvestor entwickeln, der in mehrere Immobilien investiert und finanziell frei wird. Und das nur, weil Sie die Entscheidung getroffen haben, etwas für die Zukunft Ihres Kindes zu tun und einen minimalen monatlichen Betrag zu investieren.

Die Eigenkapitalrendite liegt bei vermieteten Wohnungen anfangs i.d.R. bei 20 bis 30%.

Zinsertrag: Immobilie für Kinder Bewertung(5/5)
Sicherheit: Immobilie für Kinder Bewertung(4/5)
Zeithorizont: Mittel- bis langfristig

Geldanlage Großeltern – worauf achten?

Damit Sie Ihrem Kind wirklich etwas Gutes tun, sollten Sie beim Thema Geld anlegen für Kinder auf einige Dinge achten:

  • Denken Sie bitte immer daran, dass niedrig verzinste Anlagen von der Inflation aufgefressen werden. Diese sind kurzfristig gut geeignet, stellen aber keine langfristige Lösung dar. Und gerade, wenn es um die Zukunft Ihres Kindes geht, sollten Sie langfristig planen.
  • Egal, ob es sich bei der Geldanlage für Kinder um Immobilien oder um Sparpläne handelt: Ein kleiner monatlicher Betrag reicht aus, um langfristig ein erhebliches Vermögen aufzubauen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit!
  • Schützen Sie Ihr Kind vor sich selbst. Was bedeutet das? Wir waren alle einmal 18 Jahre jung und hatten Flausen im Kopf. Wenn Ihr Kind mit 18 Jahren vollen Zugriff auf sein Konto oder sein Depot erhält, besteht natürlich immer das Risiko, dass das Gesparte „auf den Kopf gehauen“ wird. Auch vor diesem Hintergrund bietet eine Immobilie mehr Sicherheit als ein Bankkonto oder Depot.
  • Profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. Albert Einstein hat ihn als das achte Weltwunder beschrieben. Warum ist er so mächtig? Wenn Sie beispielsweise 30 Euro pro Monat zu einem Zinssatz von 5 % anlegen, haben Sie nach einem Jahr bereits 360 Euro zuzüglich 18 Euro Zinsen. Das angesparte Kapital hat sich also bereits auf 378 Euro erhöht. Die Zinsen erhöhen Ihren Sparbetrag Jahr für Jahr, worauf Sie wieder Zinsen erhalten. Mit der folgenden Grafik lässt sich das gut veranschaulichen.

Es stehen viele Möglichkeiten offen, Geld für Kinder anzulegen. Alle Anlageformen haben ihre Vor- und Nachteile. Uns ist es wichtig, dass Sie im Sinne des Kindes handeln. Fragen Sie sich also selbst: „Was ist langfristig die beste und sicherste Geldanlage für mein Kind?“

Zinsentwicklung

Geldanlage fürs Kind

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