Vermögensverwaltende GmbH

Letzte Aktualisierung des Artikels am 17.11.2021

Das eigene Vermögen gut verwaltet zu wissen, ist wohl einer der Faktoren, die einen nachts ruhiger schlafen lassen. Einen großen Schutzwall drumherum bauen beruhigt die Nerven und hat weitreichende Vorteile.

Um so breiter gestreut das eigene Vermögen ist, desto wichtiger ist es, die passende “Aufbewahrungsmöglichkeit” zu finden.

Eine hervorragende Möglichkeit stellt die vermögensverwaltende GmbH dar. Aber was versteht man darunter und für wen eignet sie sich? Die Vermögensverwaltungs – GmbH stellt eine Sonderform der Vermögensverwaltung dar und man differenziert grundsätzlich zwischen zwei verschiedene Varianten.

Es gilt zu unterscheiden, ob private Vermögenswerte oder direkte Beteiligungen der Gesellschafter eingebracht und zusammengeführt werden.

Egal ob Sie nun zahlreiche Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen und Gesellschaften wie KGs, GmbHs oder Ags besitzen und deren Gewinnausschüttung höchst möglich ausschöpfen wollen oder ob Sie privates Vermögen, wie etwa Aktien, Wertpapiere, Anleihen, ETFs und Immobilien klug und sicher anlegen, wie auch verwalten wollen, die Gründung einer Vermögensverwaltenden GmbH kann ausgesprochen interessant für Sie sein. 

Was ist der Grundgedanke einer Vermögensverwaltenden GmbH?

Vor allem für steuerpflichtige Personen mit hohem Kapital- und Grundvermögen zahlt sich eine solche Kapitalgesellschaft besonders in Bezug auf steuerliche Vergünstigungen aus. 

Hierbei steht der Fokus auf der dauerhaften Thesaurierung der Kapitalerträge.

Die aus dem Vermeiden von Gewinnausschüttungen entstandene Steuerersparnis, wirkt sich positiv auf die Liquidität aus und ermöglicht das Tätigen von Neuinvestitionen wie auch die Fähigkeit zur schnelleren Tilgung von Verbindlichkeiten.

Das Hauptaugenmerk liegt voll und ganz auf dem weiteren und langfristigen Vermögensaufbau. 

Umgangssprachlich wird diese Kapitalgesellschaft auch gerne als “Spardosen GmbH” bezeichnet.

Passt eine Immobilie als Kapitalanlage zu Ihnen?Jetzt den Test machen:

Was darf eine vermögensverwaltende GmbH?

Das kommt ganz darauf an, um welche Form es sich genau handelt und welchen Tätigkeitszweck die Kapitalgesellschaft erfüllen soll.

Eine Immobilien GmbH beispielsweise unterliegt stärkeren Auflagen und Einschränkungen als eine allgemein vermögensverwaltende Gesellschaft. Letztere darf auch zusätzlich ein operatives Geschäft ausführen, wie zum Beispiel ein Sportschuhgeschäft.
Zumindest gelten diese Auflagen, so lange die Steuereinsparungen das Ziel der Immobilien GmbH sind. 

Die Hauptaufgabe einer vermögensverwaltenden GmbH zeigt sich in der Verwaltung. Genau diese Voraussetzung ist es, die unabdingbar ist. Sobald die GmbH normalen Geschäften nachgeht, gehen ihre Steuerprivilegien verloren.

Als Geschäftsführer einer vermögensverwaltenden GmbH Dienstwagen zu fahren, ist, genauso wie in jede “herkömmliche” GmbH, natürlich zulässig. 

Wann ist eine vermögensverwaltende GmbH sinnvoll und für wen eignet sie sich?

Besonders für Personen mit hohem Kapital – und Grundvermögen, kann die Gründung einer VV GmbH hinsichtlich steuerlicher Vergünstigungen von großem Vorteil sein. Dieses Steuerersparnis lässt sich aber nur unter verschiedenen Bedingungen ausschöpfen und kann folglich als lohnenswert betrachtet werden. 

Ebenso kann die langfristige Vermögensübertragung an Kinder und Enkelkinder, ein begründendes Motiv für eine Gründung sein, da auch in Bezug auf Vererbung mit ausgesprochen lohnenswerten Steuervorteilen zu rechnen ist.

Zuerst stellt sich jedoch die Frage, welche Ziele mit dem Investment verfolgt werden. Gerade im Bereich des Immobilieninvestments, stellt das Gründen eines Immobilienunternehmens eine großartige Möglichkeit dar, das bestmögliche auszuschöpfen.

Sehen wir uns das ganze etwas näher an.

Geht es Ihnen beim Wohnungskauf hauptsächlich um den Eigenbedarf und die eigene solide Altersvorsorge oder steht für Sie als Anleger langfristiges sowie nachhaltiges Investment im Bereich Immobilien im Vordergrund? 

Planen Sie letzteres und wollen Sie sich ein breitgefächertes Portfolio an lohnenswerten Immobilien aufbauen, kann es für Sie eine durchaus interessante Option sein, eine Immobiliengesellschaft zu gründen.

Auch in anderen Bereichen des Vermögensaufbaus, gibt es einige Umstände, welche Sie überlegen lassen sollten, eine vermögensverwaltende GmbH zu gründen. 

Formen der vermögensverwaltenden GmbH

Grundsätzlich gibt es verschiedene Formen der vermögensverwaltenden GmbH: 

  • Eine speziell für Immobilieninvestments angelegte GmbH
  • Eine speziell für Aktieninvestments angelegte GmbH
  • Eine speziell für Beteiligungen angelegte GmbH

Sonderform: Immobilien GmbH

Betrachten wir nun nochmal näher die Immobilien GmbH, eine Spezialform der vermögensverwaltenden Gesellschaft mit eingeschränkter Haftung. 

Hierzu erfolgt die GmbH Gründung eigens für Immobilien.

Für jeden Immobilieninvestor steht vor allem mit steigendem Immobilienbesitz die Frage im Raum:

Wie genau halte und verwalte ich meine Immobilien am besten?

Hierbei ist ein bedeutsamer Anhaltspunkt, die Steuerlast so gering wie möglich zu halten. Gerade bei ertragsstarken Immobilien ist es wichtig über die Besteuerung der Mieteinnahmen nachzudenken.

Aber zuerst zur Frage: Was darf eine Vermögensverwaltende Immobilien GmbH? 

Eine Immobilien GmbH darf lediglich Immobilienvermögen verwalten und nutzen. Darüber hinaus ist es gesetzlich gestattet, eigenes Kapitalvermögen zu verwalten (z.B. Aktien), Wohnungsbauten zu betreuen sowie Häuser oder Eigentumswohnungen zu errichten und zu verkaufen.

Im Kern steht die Verwaltung der Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung des Wohnungseigentums. 

Es darf kein gewerblicher Immobilienhandel stattfinden.

Von gewerblichem Handel spricht man ab dem Kauf und Weiterverkauf ab drei Objekten innerhalb von fünf Jahren.

Zu Beachten ist zusätzlich:

  • Keine Mitvermietung von Inventar, Betriebsvorrichtungen oder bewegbaren wirtschaftlichen Gütern wie z.B. Küchen 
  • Keinerlei gewerbliche Tätigkeiten innerhalb GmbH

(Weder gewerblicher Grundstückshandel, noch gewerbliche Vermietung wie beispielsweise Hotelanlage, Ferienwohnungen etc.)

Bei Einhaltung dieser Voraussetzungen ist eine Befreiung von der Gewerbesteuer zu erwarten.

Erweiterte Grundstückskürzung

Angenommen eine GmbH kauft eine Immobilie, welche Steuern fallen an? Grundsätzlich gilt für eine GmbH, auch wenn sie Vermögen verwaltet, die Gewerbesteuerpflicht.

Es gibt jedoch eine Ausnahme für Immobilien GmbHs, die unter gegebenen Voraussetzungen, von einer Befreiung von der Gewerbesteuer profitieren können.

Die Rede ist von der erweiterten Grundstückskürzung.

Hierbei handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, welche vermögensverwaltenden Unternehmen steuerliche Erleichterungen verschafft, indem die GmbH bei der Berechnung der Gewerbesteuer eine Kürzung ihres Gewinns in Höhe der Einnahmen aus der vermögensverwaltenden Tätigkeit vornehmen darf. Genau genommen also die Gewinne aus Vermietung von Grundbesitz.

Allerdings nimmt man mit dem Vorteil der laufend niedrigen Besteuerung auch den Nachteil in Kauf, dass Wertzuwächse der Immobilien bei Verkauf durch die vermögensverwaltende GmbH der Steuerpflicht unterliegen. Im Gegensatz dazu ist der Wertzuwachs bei vermieteten Immobilien im Privatbesitz nach 10 Jahren steuerfrei.

Wichtig zu wissen ist zudem, dass sich das Unternehmen selbst um die Beantragung der Kürzung beim Finanzamt kümmern muss und folgende Bedingungen für eine Zustimmung zu dieser, gewährleistet sein müssen:

Ausschließlich 

  • vermögensverwaltender Charakter, keine gewerblichen Einkünfte
  • Verwaltung und Nutzung von eigenem Grundbesitz
  • Verwaltung und Verwendung eigenen Kapitalvermögens
  • Betreuung von Wohnungsbauten
  • Errichtung sowie Veräußerung von Ein- bzw. Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen 

Gerade bei ertragsstarken Immobilien bietet diese Regelung eine wunderbare Möglichkeit die Gewinne zu optimieren. 

Sollten Sie ein Objekt unter Wert erworben haben, kann die private Handhabung für Sie von größerem Vorteil sein.

Dies hängt auch stark von der angestrebten Haltedauer ab.

Man unterscheidet zwischen einer Zeitspanne bis 10 Jahre und ab 10 Jahren.

Liegt ihr Fokus darauf, das Objekt für lange Zeit zu behalten und erst zu einem späteren Zeitpunkt zu veräußern, kann es unter Abwägen von Gewinn aus Verkauf und Gewinn aus Vermietung, auch sinnvoller sein, die Immobilie im Privatbesitz zu halten. Auch deer Erwerb einer Immobilie unter Wert spricht für einen privaten Kauf. Dadurch kann der steuerfreie Verkauf nach 10 Jahren ausgenutzt werden und im Gegensatz zum Verkauf durch eine GmbH, müssen keine Einbußen bzgl. der Versteuerung von Wertzuwächsen in Kauf genommen werden.

Besteuerung von Erträgen aus Vermietung & VerpachtungBesteuerung von Veräußerungsgewinnen
Immobilien GmbHBefreit von der GewerbesteuerVoll steuerpflichtig
Privat gehaltene ImmobilieVersteuerung nach EinkommenssteuergesetzKomplette Steuerbefreiung

Ab wann lohnt sich eine Immobilien GmbH?

Wollen Sie durch den Verkauf Ihrer Immobilien langfristige Rücklagen schaffen um zu re-investieren und ihr Vermögen weiter aufzubauen, kommt Ihnen der gleichbleibend geringe Steuersatz einer Immobilienfirma zugute. 

Verkauf als PrivatpersonVerkauf durch Immo GmbH
Haltedauer < 10 Jprivater Steuersatz Steuersatz GmbH 
Haltedauer > 10 Jsteuerfrei Steuersatz GmbH

Bedacht werden muss hier aber unbedingt, dass man sich mit Kauf und Verkauf außerhalb der Gewerbetätigkeit bewegen sollte und nicht unter die Regelungen des gewerblichen Grundstückshandels fällt. Nur so können die weiter oben angeführten Privilegien sichergestellt werden. 

Vermögensverwaltende Immobilien GmbH Steuern

Innerhalb einer Vermögensverwaltenden GmbH setzt sich der Gesamtsteuersatz auf Erträge aus Körperschaftsteuer (15%) + Solidaritätszuschlag auf die Höhe der Körperschaftssteuer (5,5%) + Gewerbesteuer (15%) zusammen.

In der oben beschriebenen Sonderform entfällt die Gewerbesteuer dank Nutzung der “erweiterten Grundstückskürzung”.

Um den in der Theorie beschriebenen Steuervorteil einer vermögensverwaltenden Immobiliengesellschaft praktisch zu belegen, bietet sich folgende Beispielrechnung an. Bei dieser werden die Fälle Direktinvestition (Immobilienkauf privat) und Kauf mit Immobilien Vermögensverwaltenden GmbH einander gegenübergestellt. 

Fall 1 zeigt das Beispiel eines Investors mit einem steuerpflichtigen Einkommen i.H.v. 50.000 Euro und einem Steuersatz i.H.v. 27%. Gekauft wird ein Immobilienvermögen i.H.v. 300.000 Euro. Wie der rot eingerahmte Vergleich zeigt, lohnt sich das Investment innerhalb einer GmbH nicht – hier ist es sinnvoller, die Immobilie privat zu halten. 

Vermögensverwaltende GmbH 300.000 Euro Immobilienvermögen genügen nicht

Vermögensverwaltende GmbH 300.000 Euro Immobilienvermögen genügen nicht

Attraktiv wird die Immobilien GmbH im Fall 2: Der Investor verdient 50.000 Euro, hat ein Immobilienvermögen i.H.v. 1 Million Euro und einen Steuersatz i.H.v. 33%. Der “Break-Even” Punkt liegt hier bei ca. 1 Mio. Euro Immobilienvermögen:

Vermögensverwaltende GmbH lohnt sich ab 1.000.000 Euro Immobilienvermögen.

Vermögensverwaltende GmbH lohnt sich ab 1.000.000 Euro Immobilienvermögen.

Je mehr Immobilienvermögen vorhanden ist, desto höher ist der fiktive Steuersatz im Privatvermögen, und desto größer ist der Vorteil einer Immobilien GmbH.

6b Rücklage

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in Form von Rücklagen die Besteuerung von stillen Reserven aufzuschieben und Steuern zu sparen. 

Eine besonders beliebte Form ist die 6b Rücklage. Durch sie ist es möglich den zu versteuernden Gewinn zu reduzieren und somit ein Steuerersparnis hervorzurufen. 

Bei der immobilienverwaltenden Kapitalgesellschaft stellt diese einen weiteren, wesentlichen Struktur- und Steuervorteil dar.

Bei Rücklagen ist die Rede von einer Art Gewinnverwendung, es handelt sich so gesehen, anders als bei Rückstellungen, um Eigenkapital. 

6b Rücklage Immobilien

6b Rücklage bei Immobilien: Eine attraktive Steuersparmöglichkeit

Generell entstehen Rücklagen durch versteuerten Gewinn. Hierbei ermöglicht das Steuerrecht jedoch in bestimmten Fällen das Entstehen steuerfreier Rücklagen. Genau genommen spricht man dann von Steuerstundung, bis aufgedeckte stille Reserven nicht mehr in eine steuerfreie Rücklage verarbeitet werden können. Gerade im Bereich des Immobilieninvestments kann die Steuerstundung im Falle der 6b Rücklage eine nahezu unbegrenzte Laufzeit erreichen und kommt damit einem direkten Steuerersparnis gleich.

Der Erlös kann folglich vollständig für die Finanzierung von Neuinvestitionen eingesetzt werden, die Liquiditätslage bleibt stabil und durch kluge Investitionsentscheidungen können beträchtliche Kapitalvorteile erwirtschaftet werden.

Auch hinsichtlich des Privatvermögens kann dieses Verfahren hilfreich sein. Sollte die “kein Kauf/ Verkauf von mehr als drei Objekten in fünf Jahren” Grenze überschritten worden sein oder sollte die Absicht bestehen dies zu tun, kann die 6b Rücklage helfen, um nicht in den gewerblichen Grundstückshandel eingeordnet zu werden und Steuern zu sparen. 

Reinvestition von Rücklagen sind zulässig in Form von Investitionen 

  • in Grund und Boden, soweit der Gewinn aus Grund und Boden entstanden
  • in Gebäude, soweit der Gewinn aus Grund und Boden, Gebäuden oder Anteilen an Kapitalgesellschaften (ohne TEV) entstanden 
  • in Anteile an Kapitalgesellschaften, soweit der Gewinn aus Gebäuden oder Anteilen an einer Kapitalgesellschaft entstanden (durch natürliche Personen oder Personengesellschaften)

Annahme: Man kaufte im Januar 2008 als Geschäftsführer einer GmbH eine Immobilie für 100.000€. Die Abschreibung läuft bis zur Veräußerung (wir nehmen für die AfA an, dass Kaufpreis = Gebäudewert). Im Januar 2015 verkauft man aufgrund einer guten Wertentwicklung die Immobilie für 200.000€.
Die GmbH möchte den Gewinn re-investieren, es wurde aber noch kein geeignetes Objekt gefunden. Deswegen wird vorerst eine Rücklage in Höhe der stillen Reserve (200.000€-100.000€+14.000€ AfA) gebildet und im Jahr 2019 aufgelöst um ein neues Objekt (KP 200.000€) zu erwerben. Die Rücklage schmälert den KP und damit auch die AfA

Mit 6b Rücklage Veräußerung 2015:Ohne 6b Rücklage
90.000 €Restbuchwert90.000 €
200.000 €Veräußerungspreis200.000 €
110.000 €Stille Reserve110.000 €
110.000 €Rücklage0 €
0 €Gewinn110.000 €
0 €Steuer (ca.15%)16.500 €
Rücklagephase bis 2019:
16.500 €Anlagebetrag0 €
4 JahreAnlageteitraum4 Jahre
5,00%Angenommene Verzinsung5,00%
ca 3500Ertrag0 €
Anschaffung neu:
200.000 €Anschaffungskosten200.000 €
110.000 €Rücklage0 €
90.000 €Buchwert200.000 €
1.800 €AfA 2%4.000 €
270 €Steuerersparnis600 €

Durch die Rücklagenbildung ergibt sich eine Steuerersparnis i.H.v. 16.500€. Durch eine zwischenzeitliche gewinnbringende Anlage beispielsweise in Aktien kann man sich weitere 3.500€ erwirtschaften.
Die geringere Steuerabschreibung durch die AfA fällt im Verhältnis deutlich geringer aus.

Sonderform Vermögensverwaltende GmbH bei Aktieninvestments

Die vermögensverwaltende GmbH bietet auch im Hinblick auf den Handel mit Aktien, ETFs oder anderen Wertpapieren interessante Vorteile bei der Besteuerung

Grundsätzlich sollte unterschieden werden, ob es sich um Kursgewinne oder um Dividenden/Gewinnausschüttungen handelt.

Bei letzerem gibt es keine Steuerbegünstigungen innerhalb einer Vermögensverwaltungsgesellschaft. Bei Kursgewinnen hingegen schon.

Besteuerung von VeräußerungsgewinnenBesteuerung von Dividenden
Vermögensverwaltende GmbHBefreit von der KörperschaftssteuerKeine Steuerbefreiung
Dividenden bzw. GewinnausschüttungenKapitalertragssteuer oder TeileinkünfteverfahrenKapitalertragssteuer oder Teileinkünfteverfahren 

Ein weiterer Unterschied liegt im Absetzen von Kosten (Anschaffungs- wie auch Veräußerungskosten).
Bei Kursgewinnen können die tatsächlichen Kosten angesetzt werden, wohingegen bei Dividenden lediglich der Pauschbetrag von 801 Euro für Einzelpersonen und der doppelte für Ehepaare eine Rolle spielt.

Grundsätzlich werden auf Aktiengewinne innerhalb einer GmbH 30% Steuern entrichtet, bestehend aus Körperschafts- und Gewerbesteuer. 

Ein Großteil des Gewinns bleibt um wieder zu re-investieren. 

Befreiung von der Körperschaftssteuer

Zu 95% werden Gewinne aus Dividenden bzw. Gewinnausschüttungen jedoch von der Körperschaftssteuer befreit. 

Für Dividenden und Gewinnausschüttungen gilt selbiges, jedoch ist eine Beteiligung von mindestens 10% vonnöten. Bei Streubesitz ist demnach keine KStG Befreiung zu erwarten.

Beachtet werden muss auch, dass Verluste aus Aktiengewinnen nicht abzugsfähig oder verrechenbar mit Gewinnen aus dem Aktienhandel sind.

Erzielt die vermögensverwaltende GmbH jedoch einen Gewinn und schüttet diese an die Eigentümer der GmbH aus, so sind diese Ausschüttungen definitiv steuerpflichtig. Die Ausschüttung an Gesellschafter unterliegt der Besteuerung in Form von der Kapitalertragsteuer. 

Für Sie als Privatperson kann es also von Vorteil sein, die Aktien innerhalb Ihrer GmbH zu halten und mit den Gewinnen weitere Investitionen zu tätigen, anstatt die bei Ausschüttung anfallende Kapitalertragsteuer, in Kauf zu nehmen.

Sollten Sie womöglich sowohl im Aktien- als auch im Immobilieninvestment aktiv sein, steht dem Gründen einer eigenen GmbH nichts im Wege. Ganz im Gegenteil.

Aktiengeschäfte wirken sich nicht benachteiligend auf eine erweiterte Grundstückskürzung aus, wenn der Handel mit eigenem Kapital und nicht mit dem, der Gesellschaft erfolgt.

Der Königsweg wäre somit, eine Vermögensverwaltende Immobilien GmbH zu gründen, die von der erweiterten Grundstückskürzung profitiert und nebenbei Geschäfte am Aktienmarkt unternimmt. 

Sonderform: Holding GmbH für Beteiligungen 

Angenommen Sie profitieren nun vor allem von dem Gewinn ihrer Beteiligungen und wollen diesen Ihrem Privatvermögen zufließen lassen, macht sich unsere gute alte Freundin, die Kapitalertragsteuer, bemerkbar. Hier eine äußerst charmante Variante ihr den Rücken zu kehren – die Gründung einer Holding. Benötigt wird dazu eine Muttergesellschaft und mindestens eine Tochtergesellschaft, die rechtlich unabhängig voneinander zu betrachten sind.

Durch diese Gesellschaftsstruktur profitieren Sie davon, dass bei Gewinnausschüttung der Tochtergesellschaften an die Muttergesellschaft keine Kapitalertragssteuer fällig wird.

Wir sprechen hier von einer vermögensverwaltenden Beteiligungs-GmbH. Gerade die Kombination einer Immobilien GmbH und der einer Holding, schafft beste Voraussetzungen, den möglichst niedrigsten Steuersatz für Ihre Veräußerungsgewinne herauszuschlagen.

Sehen wir uns das ganze mithilfe eines Beispiels näher an:

Ein Unternehmer gründet eine GmbH, welche für den Verkauf von Sportschuhen zuständig ist. Sein Ziel ist es, die Unternehmensgewinne steuerlich gesehen zu optimieren. 

Gründet er nun eine Holding und führt alle Gewinne der Tochtergesellschaft (in diesem Fall das Sportschuhgeschäft), der Muttergesellschaft zu, kann er die Zahlung der Kapitalertragsteuer umgehen. Die Muttergesellschaft erhält die gesamten Gewinne und er kann damit weitere Investitionen tätigen und sich beispielsweise auf Einlagen spezialisieren und dafür eine weitere Tochtergesellschaft gründen, welche ihre Gewinne ebenfalls der Muttergesellschaft zukommen lässt. Zu beachten ist natürlich, dass die Tochtergesellschaft (Sportschuhgeschäft) natürlich wie eine ganz reguläre GbmH steuerpflichtig ist. Der Vorteil liegt in der niedrigen Besteuerung der Gewinnausschüttungen.
Dieses Konstrukt lässt sich beliebig weiterspinnen und zeigt den Vorteil der Gründung einer Holding. 

Wie Sie sehen kommt Ihnen die Gründung einer GmbH in beiden Fällen zu gute. Sowohl in Bezug auf die Verwaltung von Privatvermögen als auch auf die von Beteiligungen.

Beteiligungen > 15%Beteiligungen 10-15%Beteiligungen <10%
Holding GmbHGewinnausschüttungen: 1,5% Gesamtsteuerbelastung
Veräußerungsgewinne:1,5% Gesamtsteuerbelastung
Gewinnausschüttungen: 95% Körperschaftsbefreiung, volle Gewerbesteuerpflicht
Veräußerungsgewinne: 1,5% Gesamtsteuerbelastung
Gewinnausschüttungen: Volle Körperschafts- und Gewerbesteuer
Veräußerungsgewinne: 1,5% Gesamtsteuerbelastung
Privat gehaltene BeteiligungenKapitalertragssteuerKapitalertragssteuerKapitalertragssteuer

Was muss bei der Gründung beachtet werden?

Selbstverständlich müssen einige Rahmenbedingungen eingehalten werden um eine vermögensverwaltende GmbH gründen zu können. Jedem zukünftigen Gesellschafter sollte bewusst sein, dass eine Gründung immer mit viel (Anfangs)Aufwand und Kosten verbunden ist. 

Demnach sollten Sie sich nur nach genauer Abwägung von Kosten durch Steuereinsparungen gegenüber einzubringenden Kosten für das Gründen und Unterhalten einer solchen GmbH entscheiden und sich in jedem Fall auch vonseiten eines Steuerberaters Ihres Vertrauens, gut beraten lassen.

Eine andere Möglichkeit kann es sein, eine bereits bestehende GmbH zu kaufen. Hier muss jedoch genau überprüft werden, ob alle notwendigen Voraussetzungen für Ihr geplantes Vorhaben gegeben sind. 

Welche Ausgaben fallen bei der Gründung an?

  • Einlage von 25.000 Euro
  • Einige Tausend Euro für Gewerbeanmeldung, Handelsregisteranmeldung, Notargebühren sowie Anwaltskosten für jegliche Art von Verträgen

Wie viel Kapital braucht man?

  • Mind. Stammkapital 25.000 Euro
  • Zusätzliches Einplanen von ausreichend Rücklagen

Welche Schritte durchläuft man bei einer GmbH Gründung?

  1. Erstellung eines Gesellschaftsvertrags 
  2. Wichtig: Angabe des Tätigkeitszwecks: Vermögensverwaltung
  3. Eröffnung eines Geschäftskontos
  4. Beurkundung des Vertrags durch einen Notar, sowie Unterschrift aller Gesellschafter
  5. Einzahlung der Stammeinlage auf das Geschäftskonto
  6. Eintrag ins Handelsregister durch Notar nach Nachweis der Zahlung
  7. Eintragung ins Handelsregister durch zuständiges Amtsgericht 
  8. Bekanntmachung der GmbH 

Erst dann darf die GmbH tätig werden.

Um unnötige Fehler und zusätzliche Kosten beim Durchlaufen des oben genannten Prozesses zu vermeiden, ist es ratsam sich stets von einem Steuerberater beraten sowie begleiten zu lassen.

Welche Kosten sind mit einer Vermögensverwaltenden GmbH verbunden?

Bezüglich der laufenden Kosten einer GmbH ist mit ca. 2.000 bis 3.000 Euro zu rechnen. Diese ändern sich nur bei höherem Aufwand, wenn die GmbH viele Umsätze macht, viele Mitarbeiter beschäftigt und insgesamt ein hoher administrativer Aufwand anfällt. 

Vor allem sollten laufende Kosten, wie die durch die unabdingbare Steuerberatung, bedacht werden. Auch die jährliche Bilanzierung ist eine laufende Belastung.

Vor- und Nachteile einer Vermögensverwaltenden GmbH

Die Entscheidung für oder gegen die Gründung einer Vermögensverwaltenden GmbH sollte unbedingt gut überlegt und abgewogen werden, da es auf Ihre individuelle Situation und vor allem auch auf Ihre zukünftigen Absichten und Pläne, ankommt. 

Um Ihnen die Entscheidung etwas zu vereinfachen, hier zusammenfassend eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile einer Vermögensverwaltenden GmbH, auch im Speziellen beim Gründen einer Immobilien Verwaltungs-GmbH

Vorteile einer vermögensverwaltenden GmbH

  • bedeutende Steuerersparnisse (je nach Form der Vermögensverwaltenden GmbH)
  • Umgehen der Körperschaftssteuer durch Darlehensvergabe 
  • lohnenswert vor allem für Personen mit hohem Kapital- und Grundvermögen 
  • steuerlicher Vorteil auch bei langfristige Vermögensübertragung an Kinder oder Enkel
  • gemeinsame Gründung mit mehreren Bonitätsgebern (>positive Auswirkung auf Liquidität und Tilgung)
  • Fokus auf langfristigem Vermögensaufbau

Nachteile einer vermögensverwaltenden GmbH

  • ausschließlich für langfristigen Vermögensaufbau geeignet
  • Risiko der erweiterten Grundbesitzkürzung 
  • hohe Gründungskosten 
  • hohe laufende Verwaltungskosten 
  • eingebrachtes Vermögen in GmbH kein Privatvermögen, sondern steuerlich Betriebsvermögen 
  • Gehalt von Gesellschaftern weiterhin privat versteuern 
  • keine Privatperson mehr nach GmbH Gründung
  • wenig flexibel (nur über Ausschüttung oder Gehalt
  • Pflicht zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses
  • hohe Transparenz 

Spezialfall bei Immobilien GmbH

  • Gewinne aus Veräußerung von Immobilien auch nach Ablauf der 10 Jahresfrist nicht steuerfrei veräußerbar 

Vermögensverwaltende GmbH ab welchem Vermögen

  • ab hohem Vermögen im mittleren sechsstelligen Bereich 
  • bei Besitz von Unternehmensbeteiligungen
  • bei Spitzensteuersatz 42 % oder Reichensteuer 45 %

Nun stellt sich Ihnen vermutlich die Frage, ab welchem Vermögen sich eine vermögensverwaltende GmbH lohnt? Pauschal lässt sich dies schwierig sagen, aber um eine Einordnung vorzunehmen, kann man von einem mindestens mittleren sechsstelligen Vermögen sprechen, welches von Nöten ist um auch laufende Kosten bewältigen zu können. 

Selbstverständlich ist die Entscheidung auch abhängig von Faktoren wie des eigenen Einkommensteuersatzes im Vergleich zu dem der Vermögensverwaltenden GmbH. Auch die genaue Gesellschaftsstruktur, die umgesetzt werden möchte und die Kostengegenüberstellung von Kosten der Vermögensverwaltenden GmbH und erzielten Steuervorteilen, spielen eine ausschlaggebende Rolle.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, von dem man seine Entscheidung für oder gegen die Gründung einer solchen GmbH abhängig machen sollte, ist sicherlich die eigene Anlagestrategie. Legen Sie besonders Wert auf langfristigen Vermögensaufbau, und weniger auf häufige und kurzfristige Gewinnausschüttungen, so sollten Sie sich gut beraten lassen und ernsthaft darüber nachdenken, eine vermögensverwaltende GmbH ins Leben zu rufen.

2021 | Meine-Renditeimmobilie.de ist eine eingetragene Marke der Meine-Renditeimmobilie GmbH | Ihr Spezialist für Renditeimmobilien und Finanzierungen