Mobile Menu Icon

Rezession 2023

Betrachten wir das Weltgeschehen, insbesondere auch rückblickend, so spielte es verrückt. Zu einem gewissen Teil tut es das noch immer. Angefangen von der Corona-Pandemie, den übermäßig steigenden Energiekosten, der hohen Inflation bis hin zum Ukraine-Krieg. Doch ist es Zeit durchzuatmen oder sollte man im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland noch immer in Habachtstellung bleiben? Haben wir den Sprung aus dem kalten Wasser geschafft und sind der Wirtschaftskrise 2023 entkommen oder sind wir doch noch nicht vollständig über den Berg? Das Positive vorweg: Es gibt Indikatoren, die Hoffnung auf Besserung machen.

Doch was genau ist eine Rezession überhaupt, in welchem Verhältnis steht das Bruttoinlandsprodukt dazu und was bedeutet eine Rezession für den Bürger? Was sind die Auswirkungen einer Rezession? Und welche Folgen hat eine Rezession im Besonderen für Immobilien? Gerne möchten wir im Laufe unseres Artikels Licht ins Dunkle bringen und weitere aufkommende Fragen beantworten.

Rezession Definition

Was ist eine Rezession? Die Rezession ist eine der vier Phasen, die der Konjunkturzyklus durchlaufen kann. Gekennzeichnet ist die Phase durch eine Wirtschaftsentwicklung mit negativer Wachstumsrate und gesamtwirtschaftlicher Abschwächung in hohem Maße. Im normalen Sprachgebrauch wird als Synonym für Rezession oftmals wirtschaftlicher Rückgang, Abschwung oder die Wirtschaftskrise verwendet.

Rezession und Wirtschaft: Ab welchem Zeitpunkt genau eine Rezession vorliegt, da scheiden sich die Geister. Der wichtigste makroökonomische Faktor – um die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes, also seine Konjunktur, einzuschätzen – ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Offiziell spricht man von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt eines Landes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht weiter zunimmt oder sogar abnimmt. Das Gegenteil einer Rezession ist die expansive Phase beziehungsweise der konjunkturelle Aufschwung. Im Großen und Ganzen ist die Rezession nur eine Phase des gesamten Konjunkturzyklus. Im Folgenden werden wir uns die genaue Einordnung näher ansehen.

Einordnung in den Konjunkturzyklus. Wie bedenklich ist eine Rezession?

Welche Phasen durchläuft ein Konjunkturzyklus?

Vier Phasen des Konjunkturzykluses

Vier Phasen des Konjunkturzykluses

Die vier wellenförmig auftretenden Phasen:

  1. Expansion = Aufschwung
  2. Boom = Hochkonjunktur
  3. Rezession = Abschwung
  4. Depression= Tiefphase

Konjunkturell bedingte kurzzeitige Schwankungen gehören in der Regel zu einem gesunden Konjunkturzyklus dazu und demnach ebenso alle vier oben genannten, natürlich auftretenden Phasen.

Auch die Rezession ist folglich ein Bestandteil eines natürlichen Zyklus und nicht per se vermeidbar. Zwar kann bereits eine kurze Phase der Rezession weitreichende Auswirkungen mit sich bringen, richtig bedrohlich jedoch wird eine Rezession erst dann, sobald sie über einen längeren Zeitraum anhält und zielgerichtet in eine Depression mündet.

Typische Merkmale und Schlüsselfaktoren, die auf eine Rezession hinweisen können

Versucht man nun herauszufinden, ob sich die Wirtschaft aktuell in einer Rezession befindet, kann man sich an das Auftreten typischer Merkmale halten, die besonders in Kombination darauf hinweisen können, dass eine Rezession im Raum steht.

  • Stagnieren oder Sinken des Bruttoinlandsproduktes (im Vergleich zu den Vorquartalen)
  • Veränderung der Zinsstruktur bei US-Anleihen
  • Andauernde und stark steigende Inflation
  • Abnehmende oder ausbleibende Investitionsbereitschaft
  • Rückgang der Kaufkraft und Nachfrage
  • Fallende Umsätze des Einzel- und Großhandels
  • Überfüllte Lager
  • Produktionseinstellung
  • Vermehrter Überstundenabbau und steigende Kurzarbeit
  • Entlassungen und zunehmende Arbeitslosigkeit
  • Pessimistische Wirtschaftsprognosen
  • Fallende Aktien- und Börsenkurse

Gründe einer Rezession

Es sind zahlreiche Faktoren, die auf die gesamte Welt- und Wirtschaftssituation sowie deren Entwicklung Einfluss nehmen. Folglich gibt es auch diverse Ansätze und Theorien, die versuchen, das Entstehen einer Rezession zu erklären. Lediglich generalisieren lassen sich die Gründe, die zu einer Rezession führen, aber nicht. Im Folgenden werden einige der Theorien definiert:

  1. Überproduktion und -investition

    Eine Ursache kann überschwänglicher Optimismus der Unternehmen während wirtschaftlich starker Phasen wie der Hochkonjunktur sein. Übermäßige Investitionen können zu überflüssigen Produktionskapazitäten führen. Somit werden Unternehmen gezwungen, diese Kapazitäten aufgrund von fehlender Nachfrage wieder abzubauen.

  2. Fehlende finanzielle Mittel

    Auch das gegenteilige Szenario kann eine Rezession herbeiführen. Fehlt es Unternehmen an ausreichend finanziellen Mitteln, so kann nicht investiert werden. Folglich leidet auch das Wirtschaftswachstum darunter.

  3. Struktureller Wandel industrieller Schlüsselbranchen

    Eine bedeutende Ursache, die eine Rezession auslösen kann, sind strukturelle Veränderungen in besonders wichtigen Industrien. Wenn ein Bereich von großer Tragweite in der Volkswirtschaft zusammenbricht, dann besteht die Gefahr, dass die gesamte Wirtschaft aus dem Gleichgewicht kommt. Je tiefgreifender die Veränderungen sind, desto massiver werden Unternehmen davon beeinflusst und erleiden dadurch große Schäden. Der Weg in eine Rezession ist oftmals vorprogrammiert und nur schwer oder gar nicht mehr abzuwenden.

Stehen wir vor einer Rezession?

Vor allem gegen Ende des Jahres 2022 war die Frage, ob es im Folgejahr zu einer Rezession kommen würde, omnipräsent. Das aus gutem Grund und sie bleibt aktuell. Betrachten wir nun einen ausschlaggebenden Beurteilungsfaktor: das Bruttoinlandsprodukt. Ersten Einschätzungen nach ging man Anfang dieses Jahres von einem leichten Anstieg aus. Die Hoffnung war groß, die Enttäuschung nach der kürzlichen Veröffentlichung der bereinigten Zahlen umso größer.

Laut Pressemitteilung vom Statistischen Bundesamt am 25.05.2023 ist das Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2023 gegenüber dem 4. Quartal 2022 um 0,3 % gefallen. Im zweiten Quartal 2023 stagnierte die wirtschaftliche Leistung im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres. Somit befand sich Deutschland in einer technischen Rezession. Diese tritt ein, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge sinkt oder stagniert. Im dritten Quartal dieses Jahres ist das BIP um 0,1% gesunken.

BIP-Entwicklung in Deutschland

Quelle: Statistisches Bundesamt

Ein weiterer Schlüsselfaktor, der bei der Beurteilung des Rezessionsrisikos betrachtet wird, ist die Entwicklung der Renditekurve für US-Anleihen mit einer Laufzeit von 2-10 Jahren. Innerhalb eines Jahres nach einer umgekehrten Renditekurve liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession bei 67% und innerhalb von zwei Jahren danach bereits bei 95%. Ende März 2022 kehrte sie sich erstmals in den USA um. Es sprach folglich bereits damals einiges dafür, dass es zu einer globalen Rezession kommen wird. Wirklich erholt hat sich die Rendite von US-Anleihen immer noch nicht, wenngleich ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist.

Doch wie sieht es mit Veränderungen industrieller Schlüsselbranchen aus? Mitte 2022 läuteten die Alarmglocken beim Thema Öl- und Gaspreisentwicklung. Das vergisst so schnell niemand, doch der Winter ist überstanden und den schlimmsten Befürchtungen zum Trotz trat die allseits gefürchtete Gasknappheit glücklicherweise nicht ein, dem milden Winter sei Dank.

Jedoch ist dem Statistischen Bundesamt zufolge (Stand: 9. Oktober 2023) die Produktion im Produzierenden Gewerbe im August dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat insgesamt um 0,2 % gesunken. Zudem kann man verschiedene Entwicklungen im Bereich des Produzierenden Gewerbes in diesem Zeitraum beobachten. So sind beispielsweise Rückgänge in den folgenden Wirtschaftsbereichen zu verzeichnen: Bauproduktion, Energieerzeugung und Produktion von Konsumgütern. Demgegenüber haben sich Industrieproduktion, Automobilindustrie, Produktion von Investitions- und Vorleistungsgütern positiv entwickelt.

Glücklicherweise fielen auch die Arbeitslosen- und Entlassungsquote vergleichsweise niedrig aus. Nichtsdestotrotz kam es zu vielen Existenzproblemen mit dessen Folgen noch immer viele Menschen zu kämpfen haben. Die aktuellen Zahlen vom September 2023 zeigen eine um 0,1 Prozentpunkte gesunkene Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat (Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Auch der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist weiterhin präsent und ein schwer einschätzbarer Faktor für die Weltwirtschaftslage.

Der Zusammenhang zwischen der Rezession und dem Krieg ist nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil: Laut des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz führt der Krieg zu fortdauernd substantiellen Bedrohungen für die deutsche Konjunktur. Ende des letzten Jahres kam es zu unterbrochenen Lieferketten, ausfallenden Handelspartnern und daraus resultierenden Engpässen. An dieser Stelle gibt es aber gute Nachrichten: Laut des ifo-Institutes hat sich die Lage der Lieferengpässe merklich entspannt. Engpässe lösen sich in diversen Branchen auf, was sich wiederum positiv auf die Konjunktur auswirkt.

Die Unsicherheit darüber, wie sich die Lage entwickeln wird und ob es zu einer weiteren Zuspitzung der Lage kommt, bleibt. Alles Faktoren, die einer im Raum stehenden weiteren Rezession ohne Frage in die Hände spielen. Vergleicht man die aktuelle Rezession mit jenen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, so kann man von einer besseren Vorbereitung ausgehen. Die Wirtschaft kann aufgrund von Einlagensicherungssystemen der Banken und automatischen Stabilisatoren die Folgen besser verkraften und darauf reagieren. Ein weiterer Lichtblick ist die historisch gesehen niedrige Arbeitslosenquote. Wie genau sich die Situation entwickeln wird, kann jedoch nur der Lauf der Zeit zeigen.

Rezession und Inflation – Wie hängen sie zusammen?

Die Inflation ist einer der bedeutendsten Indikatoren für eine sich ankündigende Rezession. Bei steigender Inflation sinkt der Wert des Geldes. Dies führt zu einem Kaufkraftverlust und geringerer Konsumbereitschaft, da die Bürger darauf bedacht sind, ihr Geld zusammenzuhalten, um ihren Lebensunterhalt auch bei steigenden Kosten bestreiten zu können.

Zusätzlich zu steigenden Produktionskosten und Lieferengpässen spüren Unternehmen selbstverständlich die fehlende Investitionsbereitschaft der Verbraucherseite. Die Produktionsfähigkeit der Industrien sinkt weiter. Es kommt zu Entlassungen und vermehrter Arbeitslosigkeit. Der Kreislauf beginnt von vorne. Bedeutet Inflation also folglich zwingend auch den Eintritt einer Rezession?

Hier sollte man die Entwicklung und das Fortschreiten der Inflation genau unter die Lupe nehmen: Handelt es sich um eine extreme und vor allem anhaltende Inflation, die sich trotz entgegensteuernder Maßnahmen – wie beispielsweise Zinserhöhungen – nicht mehr eindämmen lässt? Ein solches Fortschreiten der Inflation weist stark auf eine rezessive Entwicklung hin. Vor einer Rezession explodiert die Inflation und sinkt während der Rezession wieder oder entwickelt sich sogar in Richtung Deflation.

Maßnahmen wie das Anheben der Zinssätze sollen auf Angebot und Nachfrage ausgleichend wirken und sie somit wieder aneinander anpassen. Aufgrund externer Einflussfaktoren, wie beispielsweise dem Russland-Ukraine-Krieg, befanden sich jedoch auch Zentralbanken in einer gewissen Ohnmachtsituation: Die Inflation lässt sich durch die Zinspolitik schwer eindämmen oder gar dauerhaft aufhalten. Dennoch ist die Inflation im Oktober immerhin auf 3,8% gesunken.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass die dazu führenden Beschlüsse gleichzeitig schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Das Wachstum und die Weiterentwicklung der Wirtschaft werden massiv ausgebremst. Die Folge hiervon könnte der Beginn einer Rezession gewesen sein. Und diese Folgen, wie beispielsweise der anhaltende Kaufkraftverlust, zeichnen sich auch weiterhin ab.

Fakt ist, eine Rezession kann uns fast jederzeit und unvorhergesehen treffen. Zwar wird viermal jährlich vom ifo-Institut eine Konjunkturprognose veröffentlicht, dennoch fehlt uns die Fähigkeit, alle Eventualitäten vorherzusehen und ihnen im Voraus bereits entgegenzuwirken.

Auswirkungen und Folgen einer Rezession

Wie man sieht, ist das Thema “Rezession” äußerst komplex und beinhaltet zahlreiche Zusammenhänge und korrelierende Einflussfaktoren. Welche Auswirkungen und Folgen hat eine Rezession konkret auf die Wirtschaft und die Verbraucher? Welche auf den Staat? Was passiert bei einer Rezession genau?

Was sind die Folgen einer Rezession für Bürger, Unternehmen und den Staat?

Auffallend ist, dass sowohl Bürger als auch Unternehmen immer sparsamer haushalten. Die Sorge um zukünftige Entwicklungen steht den meisten Menschen ins Gesicht geschrieben! Wie schon im Abschnitt “Rezession und Inflation” erwähnt, beginnt ein Teufelskreis.

Sehen wir uns die Unternehmensseite an: Im gesamten Unternehmen müssen Kosten zurückgefahren werden. Darunter leiden nahezu alle Bereiche der Firmen. Manchmal ist sogar die Anmeldung einer Insolvenz unumgänglich. Können Entlassungen und Stellenkürzungen abgewandt werden, so werden sicherlich personelle Neueinstellungen vermieden. Innovationen und neue Projekte werden hinten angestellt, um Kosten vorerst einzusparen.

Auch die Verbraucherseite leidet. Menschen haben weniger oder zu wenig Geld zur Verfügung und kämpfen darum, Kredite und Hypotheken zu begleichen – abgesehen von den Lebenshaltungskosten. Durch steigende Arbeitslosigkeit und weniger Liquidität, kommt es zu hohem Kaufkraftverlust der Konsumenten. Das wirkt sich auf die Nachfrage aus. Ein Teufelskreis – denn auch Unternehmen büßen mit fehlenden Einnahmen. Kurzarbeit und weitere Entlassungen sind die Folge.

Besonders Kleinunternehmer und Selbstständige sind von den Auswirkungen der Rezession betroffen, da die Absicherung oftmals geringer ausfällt als bei Beamten und Angestellten. Es obliegt nun dem Handeln des Staates und der Zentralbanken, wie sehr Verbraucher und Gewerbetreibende unter der Rezession leiden beziehungsweise hier unterstützt werden.

Was sind mögliche Maßnahmen gegen eine Rezession?

Der Staat muss im Hinblick auf seine Aufgaben Prioritäten setzen – dabei kann es auch zur weiteren Staatsverschuldung kommen. Doch welcher Kurs wird verfolgt und was sind aktuelle wirtschaftspolitische Maßnahmen? Ein wichtiger Bestandteil sind konjunkturpolitische Maßnahmen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Wenden wir uns konkreten Beispielen von Gegenmaßnahmen zu, die einer Rezession entgegenwirken können:

  • Entlastungspakete für Haushalte (Energiepreise)
  • Kurzarbeit
  • expansive fiskalpolitische Instrumente, wie Beschäftigungsprogramme oder Steuersenkungen
  • Schutzschirm für stark betroffene Konzerne

Ziel ist es, die gesamtwirtschaftliche Situation zu beeinflussen. Folgen einer Rezession wie Konjunkturschwankungen sollen ausgeglichen werden und es wird angestrebt, wieder ein stabiles Wirtschaftswachstum leisten zu können. Natürlich kann auch der Staat nur im Rahmen seiner Möglichkeiten ausgleichend wirken und die fehlende Wirtschaftskraft kompensieren. Somit strebt der Staat an, die rezessive Phase so schnell wie möglich zu überwinden.

So strukturieren Sie Ihre Geldanlagen bei einer Rezession

Grundsätzlich tendiert der weitsichtige Anleger zur Diversifikation. Selbstverständlich kann sich die Gewichtung des Risikos verschieben. Ausschlaggebend hierfür ist, in welcher Konjunkturphase wir uns zu diesem Zeitpunkt befinden. Konkret bedeutet es, dass man in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bereit sein sollte, mit den Wellen der Konjunktur mitzuschwimmen und die ursprünglich angedachte Zuordnung beziehungsweise Verteilung von Investitionen zu überdenken.

Wer den Fokus darauf gelegt hat, sein Geld langfristig anzulegen, wird diesbezüglich etwas weniger Sorgen haben. Schon im Vorhinein wurde ein gewisser Puffer für Krisenzeiten in die Investitionsstrategie eingebaut. Ansonsten liegt es nun an einem selbst, die Chance zu ergreifen und die Investmentstrategie zukunftsorientiert anzupassen. Nicht zuletzt kommt an diesem Punkt das Immobilieninvestment in den Fokus, das einen wesentlichen Aspekt des Rebalancings darstellen kann.

Weniger empfehlenswert ist es jedoch, Panikverkäufe zu tätigen. Wie funktioniert die Umverteilung in der Praxis? Man kann Anlageklassen mit zu hoher Gewichtung verkaufen und diese durch andere ersetzen.

Rezession und Aktien: Was passiert bei einer Rezession mit Aktien?

Aktienmärkte leiden in der Regel während einer Rezession. Eine solche wirtschaftliche Abschwungphase wirkt sich sowohl auf die gesamte Wirtschaft als auch auf die Unternehmensbewertungen und folglich auf die Aktienkurse negativ aus. Allgemein lässt sich sagen, dass Aktien während einer Rezession an Wert verlieren. Dies kann man auf das schlechtere Marktumfeld zurückführen. Wie handeln börsennotierte Unternehmen in dieser Situation? Sie senken ihre Kosten, machen Abläufe effizienter und stufen ihre Gewinnprognosen herunter.

Ziel ist es schließlich, die Rentabilität auszubauen und somit Absatzeinbrüche auszugleichen. Teilweise sind Unternehmen sogar gezwungen, gewisse Teile, die nicht zum Hauptgeschäft gehören, zu veräußern, Dividendenzahlungen zu kürzen oder gar vollständig abzuschaffen. Bedeutende und einflussreiche Branchen beziehungsweise Unternehmen wurden in der Vergangenheit bereits durch staatliche Rettungsgelder gestützt.

Investoren entscheiden sich jedoch oftmals trotzdem dafür, ihr Geld vollständig vom Aktienmarkt zu nehmen. “Sichere” und wertbeständige Anlagen, wie Gold oder Immobilien, werden favorisiert.

Welche Aktien sind in einer Rezession empfehlenswert? Für den krisengebeutelten Anleger ist es von großer Bedeutung, das Risiko des Wertverlustes zu minimieren. Bei einer Rezession empfiehlt es sich folglich, den Fokus auf langfristiges und börsenorientiertes Investment zu legen, wie beispielsweise ETFs darstellen können. Bei ETFs wird die Entwicklung bestimmter Indizes abgebildet. Diese gibt es unter anderem als einen Sparplan, bei dem Sie automatisch in einem festgelegten Intervall investieren.

Dies bringt folgenden Vorteil mit sich: Ist der Börsenkurs gerade am Fallen oder bereits am Tiefpunkt angelangt, können ETF-Anteile besonders günstig erworben werden. Gerade dieses antizyklische Investieren ist ein wesentlicher Bestandteil des Rebalancings und eine Möglichkeit, die aktuelle Marktlage für sich zu nutzen. Profitieren Sie von hohen Verkaufs- oder niedrigen Kaufpreisen!

Eine weitere Möglichkeit, in rezessiven Zeiten in Aktien zu investieren, ist es, defensive Aktien zu kaufen. Diese bleiben auch in Abschwungszeiten meist stabil. Beispiele hierfür sind Aktien für Basiskonsumgüter, für Gesundheitsversorgung oder für die Versorgungswirtschaft. Dies sind Bereiche, die zu jedem Zeitpunkt gefragt sind.

Haben Sie sich vielleicht mal folgende Fragen gestellt? Was sind die besten und sichersten Aktien während einer Rezession? Soll ich in einer Rezession meine Aktien verkaufen? Viele Aktionäre neigen in Krisenzeiten zu Panikverkäufen. Dies ist meist nicht die beste Wahl. Durch den rasanten Verkaufsanstieg wird die Entwertung weiter vorangetrieben. Denn einzig und allein Angebot und Nachfrage regulieren den Aktienmarkt.

Wenn es die eigenen finanziellen Umstände zulassen, kann es ratsam sein, auch mal eine Abschwungphase während des Konjunkturzyklus auszusitzen. Selbstverständlich muss jedoch das Risiko, das die jeweiligen Aktien mit sich bringen, abgewogen werden, um im Fall der Fälle das Geld entsprechend umlagern zu können. Stichwort “Rebalancing” und das Schaffen zusätzlicher Sicherheiten.

Gibt es womöglich sogar Aktien, die in einer Rezession steigen? Und welche Aktien sollte man dann kaufen? Bis auf wenige Bereiche, wie zum Beispiel Aktien der Rüstungsindustrie (aufgrund des Krieges in der Ukraine), kann man kurzfristig gesehen vermutlich eher weniger mit einer Wertsteigerung von Aktien während einer Rezession rechnen. Obwohl wir noch vor ein paar Monaten sogar eine ganz andere Situation beobachten konnten. Vom September 2022 bis Juli 2023 entwickelten sich die Aktienkurse in eine positive Richtung. Unter anderem hat der DAX im Sommer 2023 einen neuen Höhepunkt erreicht. Seit August 2023 fallen die Kurse jedoch wieder.

Die oben beschriebene Panik, die am Markt entsteht, kann jedoch eine Möglichkeit sein, um auf lange Sicht Kapital aus der Rezession zu schlagen. Viele Aktien fallen unter ihren Buchwert und Aktionäre können diese für weniger erwerben, als es dem Buchwert der Aktie entspräche. Die Bedingung für einen Wertgewinn in Zukunft ist es jedoch, die Abschwungphase zu überstehen. Es empfiehlt sich, den Blickwinkel auf Unternehmen mit optimistischen und visionären Gedanken zu setzen.

Sobald sich die Wirtschaft wieder in den Aufschwung begibt, werden dies die Vorreiter auf dem Markt sein. Fortschrittliche Unternehmen investieren oftmals trotz wirtschaftlich herausfordernder Umstände mehr in Marketing oder neue Produkteinführungen. Das Unternehmen ist darauf bedacht, neue Marktanteile und Kunden für sich zu gewinnen. Darum können sich nur diejenigen bemühen, die nicht ums blanke Überleben kämpfen müssen.

Immobilien und Rezession: Folgen für den Immobilienmarkt

Welche Auswirkungen hat die Rezession auf Immobilien? Was passiert mit Immobilienpreisen während einer Rezession? Ist es sinnvoll, Immobilien bei einer Rezession zu kaufen? Selbstverständlich hat eine Rezession auch Folgen für Immobilien. Der Immobilienmarkt an sich bleibt auch während einer Rezession relativ stabil – auch wenn es zu leichten Preisrückgängen kommen kann. In einer Abschwungphase kann es zudem vermehrt zu Verkäufen kommen, da nicht mehr alle Eigentümer ihre Darlehen bedienen können. Für Investoren eine verlockende Möglichkeit, preiswerter zu kaufen.

Mit der nötigen Weitsicht sollte natürlich auch so gut wie jedem klar sein, was passiert, sobald der Markt sich erholt und die Zinsen wieder fallen. Die Preise werden aller Voraussicht nach wieder steigen. Die Rezession beeinflusst in der Regel Angebot und Nachfrage in der Immobilienbranche. Besonders die Nachfrage ist in der Abschwungphase viel stärker betroffen. Demgegenüber bleibt das Angebot von Immobilien nach wie vor weiterhin vorhanden. Denn gewohnt und gemietet werden muss immer!

Wie bereits oben erwähnt, kann es in einer Rezession zu Preisnachlässen kommen im Immobilienmarkt. Diese Tendenz können wir bereits seit Mitte 2022 auch dieses Mal beobachten. Grundsätzlich aber lässt sich feststellen, dass das Sinken der Immobilienpreise, potentiell gesehen, während einer Rezession nur ein vorübergehendes Schwanken am Markt darstellt.

Immobilien und Rezession

Immobilienpreise können bei einer Rezession kurzfristig sinken. Immobilien erholen sich aber grundsätzlich sehr schnell wieder.

Ist es ratsam, während einer Rezession Immobilien zu kaufen? Sicherlich ist es am Ende des Tages eine höchst individuelle Entscheidung, worin man in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, wie einer Rezession, am besten investiert. Dennoch sollte man die sich ergebenden Chancen nicht aus den Augen verlieren. Richten wir unser Augenmerk für einen Moment auf die inflationäre Lage. Durch das Aufnehmen eines Darlehens für ein Immobilieninvestment kann man sogar von der Inflation profitieren.

Sehen wir uns an, was genau gemeint ist. Die Relation von Mieteinnahmen zu Schulden ändert sich durch die vorherrschende Inflation: Mieten werden erhöht und im gleichen Atemzug verlieren die aufgenommenen Schulden an Wert. Höhere Mieteinnahmen treffen auf real geminderte Schulden. Durch Mieteinnahmen ist das aufgenommene Darlehen in den meisten Fällen bereits partiell getilgt. Eine vorübergehende Minderung des Wertes kann – gesamtheitlich betrachtet – demnach gut verkraftet werden.

Nicht ohne Grund ist die Rede von Betongold. Immobilien gelten als Sachgutanlage (nach wie vor als der Bestandteil der Wirtschaft, der sich bei schwächer werdender Rezession am schnellsten wieder erholt). Darum ist es JETZT genau der richtige Zeitpunkt, um eine Immobilie als Kapitalanlage zu viel günstigeren Preisen zu kaufen, als vor einem Jahr! Dadurch profitieren Sie nicht nur von der Wertsteigerung der Immobilien, sondern auch von der krisensicheren Kapitalanlage, die vor Inflation schützt!

Chancen einer Rezession – Nutzen Sie die aktuelle Marktlage für sich!

Chancen einer Rezession

Eine Rezession bietet sowohl Chancen als auch Risiken

Wie eine Medaille hat auch eine Rezession zwei Seiten. Es sind nicht beide ausschließlich negativ behaftet. In der Boomphase neigt die gesamte Wirtschaft zu Übertreibungen. Im Kleinen wie auch im Großen. In der Rezession hingegen wird sie wieder demütig und vernünftig. Man könnte sie gar als reinigenden Prozess sehen: Bestehende Geschäftsmodelle werden auf den Prüfstand gestellt, überflüssige Strukturen hinterfragt. Nicht überlebensfähige Unternehmen verschwinden von der Bildfläche und machen Platz für Neues und Innovatives.

Es ist also auch eine Zeit der Neuerfindung sowie der Weiterentwicklung. Kreativität ist gefragt und es können sich neue und zukunftsweisende Werte entwickeln, die sich auszahlen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Schon in vergangenen Krisenzeiten sind bedeutende Unternehmen wie beispielsweise IBM, Uber oder Airbnb entstanden. Eine solche Marktbereinigung wirkt sich – langfristig gesehen – positiv auf das gesamte Wirtschaftswachstum aus. Auch für jeden Einzelnen von uns kann eine wirtschaftlich herausfordernde Zeit wie jetzt ein Weckruf sein, all das Potential, das in uns schlummert, zu wecken und die Chancen, die sich uns bieten, zu erkennen und zu nutzen.