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Fast 12% Inflationsrate Ende 2022: Prognose zur Inflation 2024

Fürs Erste haben wir die erhöhe Inflation mit Raten bis fast 12% im Oktober 2022 überstanden. Doch gut 2% Inflationsrate bleiben uns erhalten, und der Wertverfall geht schleichend weiter. Es gibt noch genügend ungeklärte Krisen, die zu Kriegen ausbrechen können, und auch eine erneute Pandemie ist in einer immer kleiner werdenden Welt mitnichten ausgeschlossen.

Bereits seit 2022 können wir gestiegene Inflationsraten beobachten. Dieses wichtige Thema beschäftigt viele Menschen, die sich folgende Fragen stellen: Wie kann ich mein Geld vor Inflation schützen? Wie sieht die Inflation Deutschland 2024 aus?

Die Ursachen der Inflation sind vor allem die lockere Geldpolitik der Zentralbanken, die Spätfolgen der Corona-Krise, die Energiekrise und der Krieg in der Ukraine. Bei vielen Menschen besteht die Angst vor der Geldentwertung. Doch sind diese Bedenken langfristig angebracht?

Sollte man sich wegen der steigenden Inflationsraten Sorgen machen? Welche Möglichkeiten gibt es, sein Geld vor Inflation zu schützen? Wann gehen die Preise wieder runter? In diesem Artikel werfen wir einen objektiven, realistischen Blick auf

Ausgangssituation: Auslöser der aktuellen Inflation

Die lockere Geldpolitik hat spätestens seit der Finanzkrise 2008 Einzug erhalten, als Banken gerettet werden mussten und Staaten mit Konjunkturprogrammen und Geldspritzen an allen Ecken und Enden reagierten, um eine noch tiefere Krise abzuwenden und zurück zu alten Wachstumszahlen zu finden. Schon 2008 geisterte das Schreckgespenst der Inflation durch die Medien und verunsicherte viele Menschen.

Retrospektiv waren diese Ängste jedoch unbegründet: Ab dem Jahr 2008 bis zum Jahr 2020 lag die Inflationsrate in Deutschland immer zwischen niedrigen 0,3 und 2,6%.

Inflationsrate Durchschnitt in Deutschland

(Quelle: Eigene Darstellung)

Doch wie ist es möglich, dass die geschilderten Ängste und negativen Erwartungen (hohe Inflation oder gar Hyperinflation) so weit von der Realität entfernt lagen? Und ist die Situation von 2008 vergleichbar mit der heutigen Situation, in der Staaten immer mehr Schulden aufnehmen, um Nothilfen und Konjunkturprogramme zu finanzieren? Antworten hierauf geben wir in diesem Artikel.

So wurde beispielsweise in den USA im Jahr 2020 sage und schreibe 25% der gesamten Geldmenge (gemessen in M2) zusätzlich gedruckt, wie folgende Grafik verdeutlicht:

Geldmenge USA steigt

Die Geldmenge stieg nicht nur in den USA dank massiver staatlicher Unterstützung für Unternehmen und Haushalte aufgrund von Corona drastisch an (Quelle: FED).

Die für Europa zuständige Instanz, die Europäische Zentralbank, erhöhte die Euro-Geldmenge (M2) im Zeitraum Januar bis Dezember 2020 um fast 11%. Ein etwas niedrigerer Wert als in den USA, aber dennoch weit über dem langjährigen Mittel von knapp über 6% (Zeitraum 2010-2020).

Dies bedeutet, dass sich die Geldmenge stark erhöht hat und wir jetzt eine Inflation beobachten können. Eine erhöhte Geldmenge bei einer gleichbleibenden Menge an Gütern führt fast zwangsläufig zu einer Entwertung des Geldes.

Fakt ist: Wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann, sind die Inflationswerte von 1,6% im Januar 2021 auf bis zu 11,6% im Oktober 2022 explodiert – diese Zahlen sind jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat. Seit November 2022 sinken die Werte wieder.

Tabelle Harmonisierter Verbraucherpreisindex 2021-2024:

Veränderungsraten zum Vorjahresmonat in %. Quelle: Statistisches Bundesamt
Januar 2021 +1,6%
Februar 2021 +1,6%
März 2021 +2,0%
April 2021 +2,1%
Mai 2021 +2,4%
Juni 2021 +2,1%
Juli 2021 +3,1%
August 2021 +3,4%
September 2021 +4,1%
Oktober 2021 +4,6%
November 2021 +6,0%
Dezember 2021 +5,7%
Januar 2022 +5,1%
Februar 2022 +5,5%
März 2022 +7,6%
April 2022 +7,8%
Mai 2022 +8,7%
Juni 2022 +8,2%
Juli 2022 +8,5%
August 2022 +8,8%
September 2022 +10,9%
Oktober 2022 +11,6%
November 2022 +11,3%
Dezember 2022 +9,6%
Januar 2023 +9,2%
Februar 2023 +9,3%
März 2023 +7,8%
April 2023 +7,6%
Mai 2023 +6,3%
Juni 2023 +6,8%
Juli 2023 +6,5%
August 2023 +6,4%
September 2023 +4,3%
Oktober 2023 +3,0%
November 2023 +2,3%
Dezember 2023 +3,8%
Januar 2024 +3,1%
Februar 2024 +2,7%
März 2024 +2,3%

Gründe für die Inflation 2022 bis 2023

Inflation entsteht, wenn sich die gesamte Geldmenge erhöht, während sie sich auf eine gleich bleibende Menge an Gütern verteilt. Einzelne Güter werden daher teurer und man spricht von einer Inflation. Doch ganz so einfach ist der Zusammenhang leider nicht – sonst hätten wir die Antwort schon!

Es genügt nämlich nicht, wie oben gezeigt, lediglich die Geldmenge zu erhöhen. Eine weitere Voraussetzung für die ansteigende Inflation liegt auch in der sich erhöhenden Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.

Geld-Umlaufgeschwindigkeit und Höhe der Inflation

Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes entscheidet unter anderem über die Höhe der Inflationsrate (Quelle: Eigene Darstellung).

Die Umlaufgeschwindigkeit definiert, mit welchem Tempo das Geld in einer Wirtschaft den Besitzer wechselt (zum Beispiel in dem Güter gekauft werden). Wenn Geld gedruckt wird, landet es in den Geldbeuteln der Bürger und Unternehmen (zum Beispiel über von Staaten bezahlte Stimuli und Hilfen für notleidende Unternehmen). Wird es dort jedoch nicht ausgegeben, so ist die Umlaufgeschwindigkeit niedrig – in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit einer Inflation gering.

Ursachen für die Inflation 2023 sind, dass die angesparten Geldmengen von Unternehmen und privaten Haushalten in Umlauf kommen, da die Lockdowns vorbei sind und die Impfstoffe breit verteilt sind. Folglich können wir eine sprunghafte Teuerung von Gütern beobachten: Inflation tritt ein. Der Grund hierfür liegt unter anderem in der erhöhten Nachfrage bei zu wenig Angebot.

Ein weiterer Aspekt, der für die Inflation 2023 verantwortlich war, ist der Krieg in der Ukraine, der die ganze Welt erschüttert hat. Als Folge davon kommt es zu hohen Energie- und Lebensmittelkosten sowie Lieferengpässen.

Ein dritter Trend, welcher der Inflation in die Karten spielt, ist die durch Corona einsetzende Deglobalisierung. Beim Phänomen der Deglobalisierung werden wertschöpfende Tätigkeiten (zum Beispiel Produktion) vermehrt im eigenen Land angesiedelt, weil Lieferketten unterbrochen sind. Da in entwickelten Ländern – wie den USA oder Deutschland – die Kosten zum Beispiel für die Produktion von Gütern höher sind (höheres Lohnniveau etc.), schlägt sich dies auf den Verkaufspreis von Gütern durch. Es kommt zu Preissteigerungen und somit: Zur Inflation.

Und schließlich gibt es einen vierten Faktor, der die starke Inflation im Jahr 2023 verursacht hat. Es geht um die allgemeine Schuldensituation der europäischen Staaten. Deutschlands Schulden belaufen sich auf ca. 65% der Wirtschaftsleistung, andere Staaten stehen noch wesentlich schlechter da (Frankreich 109%, Italien 140%, Griechenland 160%).

Diese Schulden müssen bedient werden und verursachen somit Finanzierungskosten. Den Schuldenberg abzutragen ist eine gewaltige Herausforderung und kann eigentlich nur durch zwei Wege erreicht werden:

  • Möglichkeit 1

    Erhöhung der Einnahmen des Staates zum Beispiel durch Steuererhöhungen, die aber politisch unpopulär sind.

  • Möglichkeit 2

    Die aufkommende Inflation strategisch so einsetzen, dass Schulden in Zukunft nicht mehr so viel wert sind und einfacher abgetragen werden können, wenn die Inflation anzieht und somit auch die Staatseinnahmen durch mehr Steuereinnahmen steigen.

Das spricht gegen eine Hyperinflation 2024

Das Mandat einer jeden Zentralbank beinhaltet neben der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit unter anderem, die Preisstabilität zu garantieren. Zentralbanken haben über diverse Werkzeuge Möglichkeiten, die Inflation im Zaum zu halten oder sie anzufeuern.

Berücksichtigt man das Ziel der Preisstabilität, so ist es die Aufgabe der Zentralbank, dafür zu sorgen, dass die Inflation nicht über ein gewisses Level steigt. Dies liegt in der Regel bei circa 1,5-2,5 % pro Jahr. Steigt die Inflation auf einen Wert von über vier oder fünf Prozent, so hat das unterschiedlichste negative Auswirkungen auf das Finanzsystem, das Wirtschaftssystem und somit mittelbar letztendlich auch auf die Gesellschaft. Um sozialen Frieden zu wahren, wird eine Zentralbank also in der Regel Werkzeuge einsetzen, um eine aufkommende Inflation in Schach zu halten.

Ein weiterer Aspekt, der gegen Hyperinflation spricht, ist der Einfluss von der deflationären Wirkung unserer immer stärker digitalisierten Welt. Ein Beispiel: Musste man früher viele Funktionen eines modernen Smartphones (Taschenrechner, Nachrichten senden, Telefonieren, Bilder machen, mobiles Arbeiten,…) mit separaten Produkten wie einem Taschenrechner, einer Fotokamera, einem Computer/Laptop etc. darstellen, so sind all diese Funktionen in einem modernen Smartphone bereits integriert. Der Konsument muss somit unterm Strich viel weniger Geld ausgeben, um die gleiche Anzahl an Funktionen zu erhalten.

Dies ist nur ein Beispiel für die fortschreitende technologische Entwicklung in vielen Bereichen, die deflationär wirkt. Es findet letztendlich eine Entkopplung zwischen Kapital und Produktivität statt, sodass digitale Produkte wie zum Beispiel eine App zwar anfangs aufwändig programmiert werden müssen, dann jedoch millionenfach heruntergeladen werden können, ohne zusätzliche Produktionskosten zu verursachen. Das ist ein deflationärer Treiber, der sich in den kommenden Jahren noch beschleunigen wird und nicht zu unterschätzen ist. Doch ist festzuhalten, dass sich diese Entwicklungen voraussichtlich erst in einigen Jahren in der Inflationsrate zeigen werden, da der Einfluss von Technologie auf die Inflation aktuell noch begrenzt ist.

Prognose: Inflation 2024

Bedingt durch die stark erhöhte Geldmenge, die ins Finanz- und Wirtschaftssystem gepumpt wurde (und wird), sowie durch die Lieferkettenproblematik, die von der Pandemie verursacht wurde, und aufgrund des Krieges in der Ukraine gab es von Juli 2021 bis Februar 2024 erhöhte Inflationsraten. Erhöht heißt: Höher als die 2% Inflationsrate, welche die EZB anstrebt, da sie dies als Zustand der Preisstbilität ansieht.

Die Bekämpfung der Inflation ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ziele 2024. Die letzte längere Inflationsphase vor derjenigen von 2021 bis Anfang 2024 war Anfang der Neunziger des letzten Jahrhunderts. Gut möglich, dass das Ziel, die Inflationsrate bei – oder knapp unter – 2% zu halten, nun wieder für viele Jahre gelingt.

Es gibt weiterhin Krisenherde in der Welt, die zu einem Krieg führen können. Auch Pandemien sind vor dem Hintergund einer immer kleiner werdenenden Welt für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Die Inflation bleibt uns auf den Fersen und ist jederzeit bereit, wieder zuzuschlagen. Selbst wenn die Inflationsrate nicht deutlich über 2% steigt, bleibt sie doch immer bestehen und fährt stets fort, wie ein kaum bemerkter Schwelbrand Vermögenswerte zu vernichten.

Was bedeutet Inflation für das Thema Geldanlage?

Steigt das allgemeine Preisniveau (Inflation), so hat dies profunde Auswirkungen auf verschiedene Geldanlagen. Die Höhe der Inflationsrate ist eines der wichtigsten Kriterien für den Erfolg oder Misserfolg einer Geldanlage. Es gilt, bei der Fragestellung der Inflation flexibel zu bleiben und sich auf die Veränderungen von Inflationsraten immer wieder neu einzustellen, damit die eigene Geldanlage – bestenfalls mit Inflationsschutz – zum Erfolg wird. Nachfolgend skizzieren wir die Möglichkeiten, auf Inflation zu reagieren.

Welche Geldanlage ist bei Inflation gut?

Wie kann man der Inflation entgegenwirken? Bei mittlerer bis hoher Inflation haben Sachwerte gegenüber Geldwerten große Vorteile. Zur Erinnerung: Sachwerte sind all jene Investitionsgüter, die in ihrer Menge begrenzt sind. Und der Wert pro Investitionsgut entwickelt sich daher bei steigender Geldmenge in der Regel analog zur Inflation. Sachgüter schützen somit vor Inflation und werden durch Inflation nicht entwertet. Generiert ein Sachwert nun auch noch aktiv eine Rendite wie zum Beispiel Mieteinnahmen bei Immobilien als Kapitalanlage, so profitiert der Anleger doppelt.

Gold, Immobilien, Aktien, Bitcoin als Inflationsschutz

Sachwerte wie Immobilien als Kapitalanlage, Gold oder Aktien können vor Inflation schützen (Quelle: Eigene Darstellung).

Andere Sachanlagen, wie zum Beispiel Gold, steigen – einfach gesagt – im Wert mit, sodass das Sachgut durch aufflammende Inflation nicht entwertet wird. Zur Klasse der Sachgüter zählen neben Immobilien auch Aktien, Gold und exotische Geldanlagen wie Kryptowährungen, Oldtimer, Weine und Kunstgüter.

Welche Geldanlage ist bei Inflation schlecht?

Schlecht stehen bei Inflation vor allem jene Investitionen da, welche fest verzinst und für einen bestimmten Zeitraum gebunden sind (zum Beispiel Staatsanleihen, Anleihen von Unternehmen mit fester Laufzeit, sowie Bargeld – natürlich abhängig von ihrem jeweiligen Zinssatz).

Durch eine steigende Menge Geld im System und eine Teuerung von Gütern wird Bargeld insofern entwertet, als dass man für die gleiche Menge Geld weniger Güter kaufen kann. Zu den Geldwerten gehören neben den bereits genannten Anlagearten auch Tagesgeld, Festgeld, Sparkonto etc.

Inflationssichere Geldanlagen

Was ist die beste Geldanlage zur Zeit, die auch bei Inflation gut funktioniert? Die Schlussfolgerung der obigen Argumentation läuft unserer Ansicht nach auf ein breit diversifiziertes Portfolio mit einer Übergewichtung von Sachwerten hinaus.

Sachwerte gut gegen Inflation, z.B. Immobilien als Kapitalanlage

Bei Inflation sollte ein stabiles Portfolio eine Übergewichtung von Sachwerten aufweisen, z.B. Immobilien als Kapitalanlage (Quelle: Eigene Darstellung).

Eine Immobilie als Kapitalanlage ist ein relativ sicherer Hafen und auf mittel- bis langfristige Sicht eine der klügsten Investment-Entscheidungen. Auch andere Sachwerte gehören jedoch in ein breit aufgestelltes Portfolio (zum Beispiel Aktien, Gold, möglicherweise auch Bitcoin, wobei es extrem auf den Anleger ankommt).

Neben dem Sachwert-Anteil im Portfolio könnte es auch Sinn ergeben, kurzfristig laufende Anleihen von Staaten und/oder Unternehmen im Portfolio zu halten, um die Volatilität des Portfolios einzugrenzen. Gerne stellen wir Ihnen in einem unverbindlichen Info Gespräch dar, wie eine Immobilie als Kapitalanlage vor Inflation schützt und wie man als “normaler” Anleger eine Investition in eine Immobilie als Kapitalanlage umsetzen kann.

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