Inflation 2022

Letzte Aktualisierung am 09.05.2022

Untenstehende Grafik zeigt: Die Inflation ist da, und die Inflation 2022 wird ein Thema sein. Jeder sollte sich jetzt dringend die Frage stellen: Wie kann ich mein Geld vor Inflation schützen?
In den Medien (Zeitungen, Podcasts, Nachrichtensendungen) werden seit geraumer Zeit Inflationsängste geschürt. Auch der vorläufige Inflationsbericht von April 2022 sieht beunruhigend
aus: Die Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat betrug +7,4%.

Doch ist diese Angst vor den Folgen der Inflation, ausgelöst vor allem durch die lockere Geldpolitik der Zentralbanken, längerfristig angebracht?
Sollte man sich wegen der steigenden Inflationsraten Sorgen machen? Welche Möglichkeiten, sein Geld vor Inflation zu schützen (2021 und 2022) gibt es? 

In diesem Artikel werfen wir einen objektiven, realistischen Blick auf

  • die Inflationssituation im Jahr 2022 mit Rückblick auf 2021,
  • die Folgen einer möglichen längerfristigen Inflation, 
  • wägen ab, wie wahrscheinlich eine weiter aufkommende Geldentwertung 2022 ist und
  • stellen dar, welche die beste Geldanlage momentan ist und im Jahr 2021 und 2022 in Ihr Portfolio gehören sollten.

Ausgangssituation: Aktuelle Inflation

Die lockere Geldpolitik hat spätestens seit der Finanzkrise 2008 eingezogen, als Banken gerettet werden mussten und Staaten mit Konjunkturprogrammen und Geldspritzen an allen Ecken und Enden reagierten, um eine noch tiefere Krise abzuwenden und zurück zu alten Wachstumszahlen zu finden. Schon 2008 geisterte das Schreckgespenst der Inflation durch die Medien und verunsichert viele Menschen.

Retrospektiv waren diese Ängste jedoch unbegründet: ab dem Jahr 2008 bis zum Jahr 2019 lag die Inflationsrate in Deutschland immer zwischen niedrigen 0,3 und 2,6%.

Doch wie ist es möglich, dass die geschilderten Ängste und negativen Erwartungen (hohe Inflation oder gar Hyperinflation) so weit von der Realität entfernt lagen? Und ist die Situation von 2008 vergleichbar mit der heutigen Situation, in der Staaten immer mehr Schulden aufnehmen, um Nothilfen und Konjunkturprogramm zu finanzieren? Antworten hierauf geben wir in diesem Artikel.

Fakt ist, dass beispielsweise in den USA im Jahr 2020 sage und schreibe 25% der gesamten Geldmenge (gemessen in M2) zusätzlich gedruckt wurde, wie folgende Grafik verdeutlicht:

Geldmenge M2 in den USA

Die Geldmenge stieg nicht nur in den USA dank massiver staatlicher Unterstützung für Unternehmen und Haushalte aufgrund von Corona drastisch an (Quelle: FED).

Die für Europa zuständige Instanz, die Europäische Zentralbank, erhöhte die Euro-Geldmenge (M2) im Zeitraum Januar bis Dezember 2020 um fast 11%. Ein etwas niedrigerer Wert als in den USA, aber dennoch weit über dem langjährigen Mittel von knapp über 6% (Zeitraum 2010-2020).

Dies bedeutet, dass sich die Geldmenge stark erhöht hat, und wir eigentlich mit einer Inflation rechnen müssten, oder?

Fakt ist: Im Dezember 2021 lag die Inflation in Deutschland bei 5,3% verglichen zum Dezember 2020 (Quelle: Statistisches Bundesamt). 

Tabelle Inflation 2021-2022:

Januar 20211,0%
Februar 20211,3%
März 20211,6%
April 2021+2,0%
Mai 2021+2,5%
Juni 2021+2,3%
Juli 2021+3,8%
August 2021+3,9%
September 2021+4,1%
Oktober 2021+4,5%
November 2021+5,2%
Dezember 2021+5,3%
Januar 2022+4,9%
Februar 2022+5,1%
März 2022+7,3%
April 2022+7,4%

Wie sicher sind Sie vor Inflation?

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Das spricht für eine Inflation 2022

Inflation entsteht, wenn sich die gesamte Geldmenge erhöht, während sie sich auf eine gleich bleibende Menge an Gütern verteilt. Einzelne Güter werden daher teurer und man spricht von Inflation. Doch ganz so einfach ist der Zusammenhang leider nicht – sonst hätten wir die Antwort schon! 

Es genügt jedoch nicht, dass wie oben gezeigt lediglich die Geldmenge erhöht wird, sondern eine Voraussetzung für ansteigende Inflation liegt auch in der sich erhöhenden Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Was zum Teufel ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes? 

Zusammenhang Staatsverschuldung Inflation

Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes entscheidet unter anderem über die Höhe der Inflationsrate (Quelle: Eigene Darstellung).

Die Umlaufgeschwindigkeit definiert, mit welchem Tempo das Geld in einer Wirtschaft den Besitzer wechselt (z.B. in dem Güter gekauft werden).
Wenn Geld gedruckt wird, in den Geldbeutel der Bürger und Unternehmen landet (z.B. über von Staaten bezahlte Stimuli und Hilfen für notleidende Unternehmen), dort jedoch nicht ausgegeben wird, so ist die Umlaufgeschwindigkeit niedrig. In diesem Szenario ist die Wahrscheinlichkeit für eine Inflation gering. 

Erst, wenn Haushalte und Unternehmen damit beginnen, dass angesparte Geld auch auszugeben und es somit in den Wirtschaftskreislauf zu bringen, erhöht sich der inflationäre Druck. Aufgrund der vielen Lockdowns der letzten Monate entstand aber erst gar kein inflationär Druck, da die Leute das Geld quasi unter dem Kopfkissen sicherten und es nicht ausgaben. 

Für eine Inflation im Jahr 2022 spricht, dass diese angesparten Geldmengen von Unternehmen und privaten Haushalten sobald die Lockdowns vorbei sind und die Impfstoffe breit verteilt sind, in Umlauf kommen und wir eine sprunghafte Teuerung von Gütern beobachten können: Inflation tritt ein.

Ein weiterer Aspekt, der für stärkere Inflation im Jahr 2022 spricht, ist die allgemeine Schuldensituation der Staaten. Deutschlands Schulden belaufen sich auf ca. 70% der Wirtschaftsleistung, andere Staaten stehen noch wesentlich schlechter da (Frankreich 115%, Italien 150%, Griechenland 187%). 

Diese Schulden müssen bedient werden und verursachen Finanzierungskosten. Den Schuldenberg abzutragen, ist eine gewaltige Herausforderung und kann eigentlich nur durch zwei Wege erreicht werden:

  • Möglichkeit 1 ist die Erhöhung der Einnahmen des Staates zum Beispiel durch Steuererhöhungen, die aber politisch unpopulär sind.
  • Möglichkeit 2 ist die aufkommende Inflation strategisch so einzusetzen, dass Schulden von gestern morgen nicht mehr so viel wert sind und relativ mühelos abgetragen werden können, wenn die Inflation anzieht und somit auch die Staatseinnahmen durch mehr Steuereinnahmen steigen. 

Der Staat hat somit kein Interesse, die Inflationsrate bei ein bis 2 % zu halten, sondern könnte versuchen, die Inflationsrate auf mehr als 2 % anwachsen zu lassen.

Ein Dritter Trend, welcher der Inflation in die Karten spielt, ist die durch Corona einsetzende Deglobalisierung. Beim Phänomen der Deglobalisierung werden wertschöpfende Tätigkeiten (zum Beispiel Produktion) vermehrt im eigenen Land angesiedelt, da Lieferketten unterbrochen sind. Da in entwickelten Ländern wie den USA oder Deutschland die Kosten z.B. für die Produktion von Gütern höher sind (höheres Lohnniveau etc.), schlägt sich dies auf den Verkaufspreis von Gütern durch. Es kommt zu Preissteigerungen und somit: Zu Inflation.

Das spricht gegen eine Hyperinflation 2022

Das Mandat einer jeden Zentralbank beinhaltet neben der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit unter anderem, die Preisstabilität zu garantieren. Zentralbanken haben über diverse Werkzeuge Möglichkeiten, Inflation im Zaum zu halten oder anzufeuern.

Berücksichtigt man das Ziel der Preisstabilität, so ist es die Aufgabe der Zentralbank, dafür zu sorgen, dass die Inflation nicht über ein gewisses Level steigt. Dies liegt in der Regel bei circa 1,5-2,5 % pro Jahr. Steigt die Inflation auf einen Wert von über vier oder fünf Prozent, so hat das unterschiedlichste negative Auswirkungen auf das Finanzsystem, das Wirtschaftssystem, und somit mittelbar letztendlich auch auf die Gesellschaft. Um sozialen Frieden zu wahren, wird eine Zentralbank also möglicherweise Werkzeuge einsetzen, um eine aufkommende Inflation zu deckeln.

Ein weiterer Aspekt, der gegen Inflation spricht, ist der Einfluss von der deflationären Wirkung unserer immer stärker digitalisierten Welt. Ein Beispiel: Musste man früher viele Funktionen eines modernen Smartphones (Taschenrechner, Nachrichten senden, Telefonieren, Bilder machen, mobiles Arbeiten,…) mit separaten Produkten wie einem Taschenrechner, einer Fotokamera, einem Computer/Laptop etc. darstellen, so sind all diese Funktionen in einem modernen Smartphone bereits integriert. Der Konsument muss somit unterm Strich viel weniger Geld ausgeben, um die gleiche Anzahl an Funktionen zu erhalten. 

Dies ist nur ein Beispiel für die fortschreitende technologische Entwicklung in vielen Bereichen, welche deflationär wirkt. Es findet letztendlich eine Entkopplung zwischen Kapital und Produktivität statt, so dass digitale Produkte wie zum Beispiel eine App zwar anfangs aufwändig programmiert werden müssen, dann jedoch millionenfach heruntergeladen werden können, ohne zusätzliche Produktionskosten zu verursachen. Das ist ein deflationärer Treiber, der sich in den kommenden Jahren noch beschleunigen wird und nicht zu unterschätzen ist. Doch ist festzuhalten, dass sich diese Entwicklungen voraussichtlich erst in einigen Jahren in der Inflationsrate zeigen werden, da der Einfluß von Technologie auf Inflation aktuell noch begrenzt ist. 

Gegen eine hohe Inflationsrate spricht noch ein weiterer Punkt: Steigt die Inflation an, werden Zentralbanken früher oder später mit einer Erhöhung des Leitzinses reagieren, um die Inflationsrate nach unten zu korrigieren. In diesem teureren Zinsumfeld steigen die Finanzierungskosten für bestehende Kredite. Ist ein privater Haushalt, ein Unternehmen oder ein Staat stark verschuldet, so steigen dessen Finanzierungskosten bei steigenden Zinsen, welche oft mit höherer Inflation einhergehen. Staaten und somit Zentralbanken schneiden sich somit ins eigene Fleisch, wenn sie einer aufkommenden Inflation freien Lauf lassen und über kurz oder lang drohen, insolvent zu werden.

Fazit: 2022 Inflation – Ja oder Nein?

Bedingt durch die stark erhöhte Geldmenge, die ins Finanz- und Wirtschaftssystem gepumpt wurde (und wird), ist mit einer erhöhten Inflationsrate im Jahr 2022 zu rechnen. Die Höhe der Inflationsrate hängt kurzfristig in erster Linie davon ab, wie sich die Menschen nach dem aufheben der Lockdowns verhalten. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass es einige Nachholeffekte im privaten Konsum und bei Investitionen von Unternehmen geben wird, welche die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöhen und somit für Inflation sorgen. 

Nach diesem von uns vermuteten, initialen Anstieg der Inflation stellt sich die Frage, wie sich die Zentralbanken verhalten werden. Versuchen Sie, die Inflation einzudämmen oder lassen Sie dieser freien Lauf? 

Wir halten es für wahrscheinlich, dass Zentralbanken und Staaten der steigenden Inflation erst ab einem gewissen Punkt entgegenwirken werden. Eine Inflationsrate von über 3% auf mittelfristige Sicht halten wir für durchaus realistisch.

Was bedeutet Inflation fürs Thema Geldanlage?

Steigt das allgemeine Preisniveau (Inflation), so hat dies profunde Auswirkungen auf verschiedene Geldanlagen. Die Höhe der Inflationsrate ist eines der wichtigsten Kriterien für den Erfolg oder Misserfolg einer Geldanlage.
Es gilt, bei der Fragestellung der Inflation flexibel zu bleiben und sich auf die Veränderungen von Inflationsraten immer wieder neu einzustellen, damit die eigene Geldanlage – bestenfalls mit Inflationsschutz – zum Erfolg wird. Nachfolgend skizzieren wir die Möglichkeiten, auf Inflation zu reagieren.

Passt eine Immobilie als Kapitalanlage zu Ihnen?

Welche Geldanlage ist bei Inflation gut?

Wie kann man der Inflation entgegenwirken?
Bei mittlerer bis hoher Inflation haben Sachwerte gegenüber Geldwerte große Vorteile. 

Zur Erinnerung: Sachwerte sind all jene Investitions Güter, die in ihrer Menge begrenzt sind und sich der Wert pro Investitionsgut daher bei steigender Geldmenge analog zur Inflation entwickelt. Sachgüter schützen somit vor Inflation und werden durch Inflation nicht entwertet. Generiert ein Sachwert nun auch noch aktiv eine Rendite wie zum Beispiel Mieteinnahmen bei Immobilien als Kapitalanlage, so profitiert der Anleger doppelt.

Sachwerte schützen vor Inflation

Sachwerte wie Immobilien als Kapitalanlage, Gold oder Aktien können vor Inflation schützen (Quelle: Eigene Darstellung).

Andere Sachanlagen wie zum Beispiel Gold steigen – einfach gesagt – im Wert mit, so dass das Sachgut durch aufflammende Inflation nicht entwerten wird. 

Zur Klasse der Sachgüter zählen neben Immobilien auch Aktien, Gold, Bitcoin und exotische Geldanlagen wie Oldtimer, Weine und Kunstgüter.

Welche Geldanlage ist bei Inflation schlecht?

Schlecht stehen bei Inflation vor allem jene Investitionen da, welche fest verzinst und für einen bestimmten Zeitraum gebunden sind (zum Beispiel Staatsanleihen, Anleihen von Unternehmen mit fester Laufzeit) sowie Bargeld. 

Durch eine steigende Menge Geld im System und eine Teuerung von Gütern wird Bargeld insofern entwertet, als dass man für die gleiche Menge Geld weniger Güter kaufen kann. Zu Geldwerten gehören neben den genannten auch Tagesgeld, Festgeld etc.

Inflationssichere Geldanlagen

Was ist die beste Geldanlage zur Zeit, die auch bei Inflation gut funktioniert? Die Schlussfolgerung der obigen Argumentation läuft unserer Ansicht nach auf ein breit diversifiziertes Portfolio mit einer Übergewichtung von Sachwerten hinaus. 

Inflation entscheidet welche Kapitalanlage sinnvoll ist.

Bei Inflation sollte ein stabiles Portfolio eine Übergewichtung von Sachwerten aufweisen, z.B. Immobilien als Kapitalanlage (Quelle: Eigene Darstellung).

Eine Immobilie als Kapitalanlage ist ein relativ sicherer Hafen und auf mittel- bis langfristige Sicht wohl eine der klügsten Investment-Entscheidungen. Auch andere Sachwerte gehören jedoch in ein breit aufgestelltes Portfolio (zum Beispiel Aktien, Gold, möglicherweise auch Bitcoin). 

Neben dem Sachwert-Anteil im Portfolio könnte es auch Sinn machen, kurzfristig laufende Anleihen von Staaten und/oder Unternehmen im Portfolio zu halten, um die Volatilität des Portfolios einzugrenzen. 

Gerne stellen wir Ihnen in einem unverbindlichen Info Gespräch dar, wie eine Immobilie als Kapitalanlage für Normalverdiener vor Inflation schützt und wie man als “normaler” Anleger eine Investitionen in eine Immobilie als Kapitalanlage umsetzen kann.

Beispiel Inflation 2022

Wie festzustellen ist, haben wir es in Deutschland im Jahr 2022 mit einer der stärksten Inflationsperioden seit Jahrzehnten zu tun. In den Medien wird häufig davon gesprochen, dass die aktuell vorherrschende Geldentwertung allerdings nur “vorübergehend” sei. 

Vorübergehend ist jedoch tatsächlich nur die Teuerungsrate, jedoch nicht das Preisniveau an sich. Wenn eine Semmel beim Bäcker heute aufgrund der vorherrschenden Inflation 5% mehr kostet als vor einem Jahr, dann ist für das kommende Jahr nicht mit sinkenden Preisen und einem Reduzierung auf den alten Semmelpreis zu rechnen. Das “alte” Preisniveau vom Vorjahr ist Geschichte – die Inflation hat die Verteuerung ausgelöst und ist nicht rückgängig zu machen.  

Inflation 2022

Inflation 2022 am Beispiel einer Semmel erklärt.

Wenn also die Teuerungsrate nur vorübergehend sein sollte, heißt das somit nicht, dass wir zum alten Preisniveau zurückkehren. Es bedeutet stattdessen, dass die KÜNFTIGE Teuerungsrate (also der Semmelpreis 2023) nicht so hoch bleiben wird, wie wir es 2021 gesehen haben. Schließlich liegt das gewöhnliche Inflationsziel unserer Zentralbanken bei ca. 2%. 

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