Inflationssichere Anlage

Letzte Aktualisierung des Artikels am 23.06.2022

Viele Menschen in Deutschland fragen sich: Was passiert bei einer Inflation mit meinem Bargeld? Welche inflationssichere Anlage gibt es, um der Geldentwertung zu entgehen?

Prinzipiell ist Bargeld bei einer grassierenden Geldentwertung eine der schlechtesten Möglichkeiten, sein Vermögen zu sichern. Denn:

  • Bargeld erwirtschaftet keinerlei Rendite (kein Zins)
  • Bargeld verliert bei einer Inflation an Kaufkraft; bei steigender Geldmenge, die in Umlauf gebracht wird, kann man sich immer weniger kaufen, wenn die Güter und Dienstleistungen stetig teurer werden.

Wer sein Geld während einer Inflationsphase (Inflation deutlich über zwei Prozent) in Barform (=Geldwert) hält, der weiß nur eine Sache mit Sicherheit: Dass er in Zukunft mehr Geld für die gleichen Produkte ausgeben wird müssen. Auch wenn die Angst vor einer Hyperinflation (Inflationsrate des Verbraucherpreisindex >50% zum Vorjahr) meistens unbegründet ist, so sollten sich Anleger angesichts der aktuellen Inflationsrate von 7,9% (Mai 2022) ernsthaft mit der Frage befassen, wie man der Inflation entgegenwirken kann. Das Gegenteil von Inflation ist Deflation, bei der Preise sinken (und nicht wie bei Inflation steigen).

Abhilfe schaffen unterschiedlichste Finanzprodukte, allen voran eine bestimmte Gattung: Sogenannte Sachgüter. Zu diesen zählen:

  • Aktien, Wertpapiere, ETFs, Fonds
  • Real estate
  • Gold
  • Cryptocurrencies

Geldanlagen mit Inflationsschutz

Um Vermögen zu retten und Geld zu sichern, hat der Anleger unterschiedliche Möglichkeiten. Im Kern haben diese Optionen gemein, dass sie (anders als Bargeld) in ihrer Menge begrenzt sind und nicht beliebt vervielfältigt werden können. Geld inflationssicher anzulegen ist im Prinzip noch nicht einmal besonders schwierig oder kompliziert. Oft fehlt jedoch der Überblick, welche Anlageformen tatsächlich vor Geldentwertung schützen können und welche nicht.

Aktien als Inflationsgewinner

Beginnen wir die Analyse beim Thema Aktien. Aktien gehören der Gruppe der Sachgüter an und sind im der Regel in ihrer ausgegebenen Menge begrenzt.

Aktiengesellschaften können zwar neue Aktien ausgeben, dies geschieht jedoch eher in Ausnahmefällen.

Der große Vorteil von Aktien bei hoher Inflation ist es, dass Aktiengesellschaften die Preissteigerungen einfach in Form von Preiserhöhungen für die eigenen Produkte und Dienstleistungen an die Kunden weitergeben können. So schützt sich das Unternehmen vor einer Verschlechterung der Margen.

Beispiel: Ein Staubsaugerhersteller aus Deutschland kauft Rohstoffe und unfertige Erzeugnisse bei Zulieferern an und diese erhöhen Anfang des Jahres ihren Preis um durchschnittlich zehn Prozent. Um die Preiserhöhungen in der Beschaffung durch Verschlechterung der eigenen Margen zu kompensieren, entscheidet sich das Unternehmen dazu, die Staubsaugerpreise um zehn Prozent zu erhöhen. Da die Staubsauger-Konkurrenz mit hoher Wahrscheinlichkeit nachziehen und ebenfalls die Preise erhöhen wird, verliert unser Hersteller keine Kunden.

Aktionäre profitieren beim nächsten Jahresabschluss von höheren Umsätzen und höheren Gewinnen, was sich positiv im Aktienkurs widerspiegelt.

Hält der Anleger nun Aktien des Staubsaugerherstellers, so ist die Inflation unbemerkt an ihm vorübergezogen, da sich sein Depotwert entsprechend erhöht hat.

Generell können Privatanleger neben Einzelaktien auch ETFs mit Inflationsschutz oder Fonds mit Inflationsschutz kaufen der Schutz vor Inflation ist implizit enthalten.

Welche Aktien profitieren von Inflation?

Grundsätzlich profitieren diejenigen Unternehmen, die entweder

  • geringe Mehrkosten im Einkauf durch Inflation haben (zum Beispiel SaaS-Unternehmen) oder
  • die Mehrkosten problemlos an die Verbraucher und Käufer weitergeben können (beispielsweise Mining Unternehmen, Rohstoffproduzenten)

Fernhalten sollten sich Anleger in Inflationszeiten dagegen von Unternehmen, die kaum Möglichkeiten haben, ihre Preise zu erhöhen, weil zum Beispiel die Konkurrenzsituation intensiv oder die Produktion veraltet und ineffizient ist. Eine breite Streuung über diverse ETFs sichert den Anleger gut ab.

Immobilien Inflationsschutz

Im Jahr 2021 sind die Immobilienpreise in Deutschland durchschnittlich um einen zweistelligen Prozentsatz im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Inflationsrate lag laut Destatis bei 3,1%. Privatanleger, die sich eine Wohnimmobilie gekauft und vermietet haben, konnten so im Schnitt allein durch die Wertsteigerung eine Performance von über 7% erzielen.

Doch Immobilien sind nicht nur durch die Wertsteigerung inflationsgeschützt, sondern profitieren zusätzlich auch noch davon, dass die Mieteinnahmen ebenfalls inflationsgeschützt sind. Wenn der Vermieter nicht schon durch einen Indexmietvertrag (Mietpreis richtet sich nach Inflation), so kann er die Mieten in gewissen Abständen, die gesetzlich festgelegt sind, nach oben anpassen. Steigt die Inflation, so steigen die Mieteinnahmen ebenfalls.

Da Wohnungen zur Vermietung oftmals mit einem Kredit finanziert werden, ergibt sich an der Stelle ein dritter gewaltiger Vorteil für Immobilienanleger in Inflationszeiten: Kreditkonditionen sind meistens für 10 Jahre, manchmal sogar für 20 oder gar 30 Jahre fixiert. Neben der Entwertung der Schulden (die Inflation tilgt sozusagen für den Vermieter automatisch!) fallen die Zinszahlungen, die wie anfangs festgelegt unverändert bleiben, immer weniger ins Gewicht, wenn die Einnahmen durch hohe Inflation weiter und weiter steigen. 

Immobilien gelten bei Anlegern als Anlageklasse mit dem besten Inflationsschutz. Im Sinne des oft bemühten “Betongold”-Vergleichs stellen sie auch eine der sichersten Geldanlagen zur Zeit dar.

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Gold ist inflationssicher

Gold ist nicht in jeder Phase hoher Inflation ein geeignetes Investment. Es sind zwei Fälle zu unterscheiden:

  1. Hohe Inflation, hohe Zinsen: Inflationsschutz-Funktion von Gold funktioniert nicht gut
  2. Hohe Inflation, niedrige Zinsen: Inflationsschutz-Funktion von Gold funktioniert gut => Steigender Goldpreis

Im ersten Fall sind die realen Renditen aufgrund hoher Zinsen (wie in den 1970er Jahren der Fall) positiv. Da Gold keine Zinsen abwirft und die Rendite nur durch Wertsteigerung eintreten kann, entstehen für Anleger Opportunitätskosten. Denn sie könnten alternativ auf andere Asset-Klassen setzen, die Zinsen abwerfen. In diesem Umfeld gibt Gold kein gutes Bild ab.

Im zweiten Fall sind die realen Renditen stark negativ. Zinsen werden künstlich niedrig gehalten und bremsen die Inflation nicht ein. Das ist im Jahr 2022 der Fall. Da es kaum Alternativen gibt, die Zinserträge zu generieren, haben Investoren weniger Alternativen zur Verfügung. Tritt dann noch eine Abkühlung der Konjunktur ein, so ist die Flucht in “sichere” Assets wie Gold perfekt.

Der Nachteil von Gold gegenüber Immobilien ist:

  • Die starke Abhängigkeit vom Realzinsumfeld
  • Die Tatsache, dass Gold ein unproduktives Gut darstellt, welches keine Erträge im Sinne von Zinsen, Mieteinnahmen oder Ähnlichem erwirtschaftet

Bitcoin Inflation Hedge

Bitcoin ist anders als Gold, Immobilien und Aktien ein recht riskantes und sehr volatiles Investment. Doch kann man das Investieren in BTC als inflationsgesichert bezeichnen?

Bitcoin stellt gewissermaßen die Antithese zu unserem Fiat-Geldsystem dar: Die maximale Anzahl an Bitcoins ist begrenzt und kann nicht geändert werden. Das ist so, als hätten Zentralbanken wie EZB und FED keinerlei Möglichkeit, in Krisenzeiten die Druckerpressen anzuwerfen, um frische Euros und Dollars zu erzeugen.

Diese künstliche Begrenzung, die im Bitcoin-Code unveränderlich eingraviert ist, macht BTC Investments bei Verfechtern einer kontrollierten Geldmenge so beliebt. Die Grundlogik ist eingängig: Steigt die Menge an Euros und Dollars in der Welt, die Menge an Bitcoin bleibt jedoch gleich (beziehungsweise wächst immer langsamer an, bis 21 Millionen Bitcoin erreicht sind), so wird der Preis von einem Bitcoin eine Funktion der steigenden Nachfrage. Je höher die Nachfrage, desto höher der Bitcoin-Preis.

Dieser Mechanismus kann durch vielerlei Dinge beeinflusst werden beziehungsweise kurzfristig für starke Volatilität sorgen:

  • Regulierung von Krypto
  • Verbote
  • Sicherheitslücken
  • Sinkende Adoption, wenn zum Beispiel Umweltaspekte den Ruf von Bitcoin und Kryptowährungen stark belasten

Bitcoin-Anhänger sind dagegen überzeugt, dass der Preis von Bitcoin langfristig von der vorherrschenden Inflation und Geldentwertung abhängt. Der Trend zu immer lockerer Geldpolitik, immer mehr Schulden und einer steigenden Geldmenge spielt Bitcoin aus dieser Sichtweise in die Karten.

FAQ

Was ist der beste Inflationsschutz?

Der beste Inflationsschutz kann in eine Investition in Sachgüter gesehen werden. Sachgüter wie Immobilien, Aktien oder Gold sind in ihrer Menge begrenzt. Hinter der Inflation steht eine steigende Geldmenge oder eine erhöhte Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Mehr Geld trifft auf eine gleichbleibende Menge an Sachgütern. Steigende Preise sind die Konsequenz.

Was kann ich gegen Inflation tun?

Das Wichtigste: Nicht sofort benötigtes Geld nicht in Barform oder auf Tagesgeld- oder Girokonten herumliegen lassen, sondern inflationsgeschützt anlegen.

Welche Geldanlagen sind inflationssicher?

Inflationssichere Geldanlagen sind z.B. Aktien/ETFs/Fonds, vermietete Immobilien (Renditeimmobilien), Gold.

Was ist Inflationsschutz?

Inflationsschutz ist die Eigenschaft eines Guts oder Finanzprodukts, im Gleichschritt zu einer anziehenden Inflation im Wert mitzusteigen.

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Wie kann ich mich mit einer Renditeimmobilie vor Inflation schützen? 

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